Wehrbeauftragte Högl bemängelt: Bundeswehr in Litauen fehlen dicke Jacken
Es mangele der Bundeswehr in Litauen an dicken Jacken und auch an Unterwäsche, kritisiert die Wehrbeauftragte Eva Högl. Die Truppe führt dort seit 2017 eine Nato-Einheit. Die Ausrüstung sei jedoch für die schnelle Eingreiftruppe der Nato reserviert.
Symbolbild: Bundeswehr am Stützpunkt in Litauen. (DPA)

Der Truppe fehlen dicke Jacken und auch Unterwäsche: Die Wehrbeauftragte Eva Högl beklagt erschreckende Ausrüstungsmängel bei den Bundeswehrsoldaten, die in Litauen auf dem Militärstützpunkt Rukla die russische Armee abschrecken sollen. „Die Soldatinnen und Soldaten müssen sich durch Wald und Feld schlagen, sind lange draußen. Mir haben reihenweise Soldatinnen und Soldaten erzählt, dass sie keinen ausreichenden Kälte- und Nässeschutz haben“, sagte die SPD-Politikerin der Augsburger Allgemeinen (Freitagsausgabe). Auf die Frage, ob es etwa an Winterjacken fehle, sagte sie: „Genau, dicke Jacken, aber auch Unterwäsche. Alles was sie brauchen, um gut gegen Kälte und Nässe geschützt zu sein. Und das dürfte es in einem der reichsten Länder der Welt, in der Mitte Europas, eigentlich nicht geben.“ Ausrüstung für schnelle Eingreiftruppe der Nato reserviert
Die Ausrüstung sei aber reserviert für die schnelle Eingreiftruppe der Nato, berichtete sie. Dies sei ein Skandal, der schon ihre Vorgänger beschäftigt habe. „In Afghanistan hatten die Soldatinnen und Soldaten nicht alles, was sie brauchten. Ähnliches habe ich in Mali und Niger erlebt. Ich bin darüber ziemlich schockiert, weil mir immer gesagt wurde, im Einsatz sei alles vorhanden.“
Die Bundeswehr führt in Litauen auf dem Militärstützpunkt Rukla seit 2017 eine Nato-Einheit zur Abschreckung Russlands und stellte bislang etwa die Hälfte der rund 1200 Soldaten. Wegen der schweren Spannungen im Ukraine-Konflikt hatte das Verteidigungsministerium zuletzt weitere etwa 350 Soldaten in das Partnerland entsandt.

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DPA