Türkiye und Griechenland: Erklärung über freundschaftliche Beziehungen
Bei einem eintägigen Besuch in Athen führt der türkische Präsident Erdoğan Gespräche mit dem griechischen Ministerpräsidenten Mitsotakis. Sie kündigen eine Erklärung über gute Nachbarschaft an und wollen den konstruktiven Dialog intensivieren.
Anlässlich des offiziellen Besuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in der griechischen Hauptstadt haben Türkiye und Griechenland die „Athener Erklärung über freundschaftliche Beziehungen und gute Nachbarschaft“ unterzeichnet. (Others)

Anlässlich des offiziellen Besuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in der griechischen Hauptstadt haben Türkiye und Griechenland die „Athener Erklärung über freundschaftliche Beziehungen und gute Nachbarschaft“ unterzeichnet. In der Erklärung vom Dienstag betonten beide Länder die Notwendigkeit, weiterhin in einer Atmosphäre der Freundschaft und des gegenseitigen Vertrauens zum Wohle beider Gesellschaften zusammenzuarbeiten.

Die beiden Staaten bekräftigten beim 5. Treffen des Hochrangigen Kooperationsrates Türkiye-Griechenland ihre Verpflichtung, freundschaftliche Beziehungen, gegenseitigen Respekt, friedliche Koexistenz und Verständnis zu fördern. Darüber hinaus sollen alle Streitigkeiten zwischen Nachbarländern im Einklang mit dem Völkerrecht gelöst werden.

Ankara ruft zu dialogorientierte Problemlösung auf

Während seines eintägigen Besuchs in Griechenland traf Erdoğan mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis zusammen. „Es gibt kein Problem zwischen Türkiye und Griechenland, das nicht gelöst werden kann“, so Erdoğan am Donnerstag. „Wir hoffen, unsere Probleme durch einen konstruktiven Dialog und gute nachbarschaftliche Beziehungen im Rahmen des Völkerrechts zu lösen“, sagte Erdoğan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mitsotakis in Athen.

„Es liegt im Interesse der gesamten Region, eine gerechte, dauerhafte und nachhaltige Lösung der Zypernfrage auf der Grundlage der Realitäten auf der Insel zu erreichen“, fügte er hinzu. „Wir wollen die Ägäis zu einem Meer des Friedens und der Zusammenarbeit machen. Mit den gemeinsamen Schritten, die wir als Türkiye und Griechenland unternehmen werden, wollen wir der Welt ein Vorbild sein“, sagte der Präsident.

In Bezug auf das Treffen sagte Erdoğan, beide Seiten hätten ihre Positionen bezüglich der Ägäis und des östlichen Mittelmeers ausgetauscht. „Wir haben unsere Außenminister um eine Diskussion über diese Themen gebeten“, so der türkische Staatschef.

„Wir müssen in Frieden leben“

Türkiye und Griechenland sollten zusammenarbeiten, um eine bessere Zukunft zu gestalten, sagte auch der griechische Ministerpräsident. Er enthüllte auch einen Plan, der es türkischen Bürgern ermöglichen würde, leicht Visa zu erhalten, um griechische Inseln in der östlichen Ägäis zu besuchen.

Türkiye und Griechenland haben über die Jahre eine turbulente Beziehung erlebt. Obwohl 2021 einige Verbesserungen zu verzeichnen waren, bleiben mehrere Fragen zwischen den beiden Nachbarländern ungelöst.

Türkiye hat in den letzten Jahren wiederholt gegen provokative Aktionen und Rhetorik des Nachbarn Griechenland in der Region protestiert. Dazu gehört auch die griechische Aufrüstung von Inseln in der Nähe der türkischen Küste, die nach langjährigen Verträgen entmilitarisiert sein sollten. Ankara hat wiederholt kritisiert, dass solche Schritte Athens seine in gutem Glauben unternommenen Friedensbemühungen frustrieren.

TRT Deutsch