Sachsen: „Bündnis gegen antimuslimischen Rassismus“ vorgestellt
Ein neues Netzwerk gegen antimuslimischen Rassismus ist in Sachsen gestartet. Das Bündnis soll die Diskriminierung von Muslimen landesweit bekämpfen. Mit rund 140.000 Euro will das Sozialministerium das Projekt im ersten Jahr fördern.
Archivbild: Aufgehängte Banner mit der Aufschrift "Islamophobie". / Photo: AA (AA)

Sachsen will sich stärker gegen antimuslimischen Rassismus engagieren. Am Donnerstag stellte das landesweite Netzwerk „Bündnis gegen antimuslimischen Rassismus“ (kurz: Bündnis) in Dresden seine Arbeit vor. Es besteht aus verschiedenen Trägern, die sich für Muslime einsetzen und aktiv am Abbau rassistischer Einstellungen mitwirken.

Das Netzwerk will in den nächsten Monaten „Werkstattgespräche für Aktive und Interessierte“ in den Städten und Landkreisen anbieten, heißt es in der Pressemitteilung des Landes Sachsen. „Wir müssen die Teilhabe der muslimischen Sächsinnen und Sachsen in den Blick nehmen“, so Robert Heinold, Regionalleiter von Soziale Dienste und Jugendhilfe gGmbH, einem der beiden Projektträger.

Ziel sei es, ein leistungsfähiges Netzwerk aufzubauen, das „sachsenweit der Diskriminierung von Muslimen entgegenwirkt und als sichtbarer Ansprechpartner für den Fachbereich fungiert“. Weitere Schwerpunkte der Arbeit seien die Vermittlung von Beratungs- und Fortbildungsangeboten sowie deren Vernetzung, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Bündnis eins von fünf landesweiten Fachnetzwerken

Das Bündnis ist eins von fünf landesweiten Fachnetzwerken, die seit 2023 durch das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen“ des Sozialministeriums gefördert werden. Für das erste Projektjahr stehen rund 140.000 Euro zur Verfügung. Sozialstaatssekretär Sebastian Vogel lobte das Engagement der Träger. Vogel freue sich auf die kommenden drei Förderjahre „und blicke gespannt auf die zukünftige Arbeit im Freistaat“, erklärte er.

Laut Sachsen-Monitor 2021/22 hat die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in der sächsischen Bevölkerung im Vergleich zu 2018 zwar abgenommen. Dennoch sind Ressentiments und menschenfeindliche Haltungen insbesondere gegenüber Muslimen (38 Prozent) weiterhin stark. Zudem gibt mehr als ein Viertel (28,5 Prozent) der Befragten der Leipziger Autoritarismus Studie 2022 an, dass Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte. In Ostdeutschland waren es sogar 46,6 Prozent der Befragten.

TRT Deutsch