18.01.2022, Berlin: Nicola Böcker-Giannini, Staatssekretärin für Sport in der Berliner Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport, spricht bei der Vorstellung einer Kampagne gegen antimuslimischen Rassismus. (DPA)
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Unter dem Slogan „Hinsehen - Erkennen - Handeln“ ist am Freitag in Berlin eine Kampagne gegen antimuslimischen Rassismus gestartet worden. Sie ist die Fortsetzung einer Kampagne der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, die sich in einem ersten Teil
mit Antisemitismus befasst hatte. Auf Plakaten, Flyern und Postkarten werden vier alltägliche Szenen von antimuslimischem Rassismus dargestellt und es wird zum Handeln aufgerufen. „Jede Berlinerin und jeder Berliner kann auf antimuslimische Vorfälle achten, Betroffene unterstützen und Fälle den Register- und Meldestellen mitteilen oder zur Anzeige bringen“, sagte Innenstaatssekretärin Nicola Böcker-Giannini (SPD).

18.01.2022, Berlin: Rima Hanano (l.), Mitglied im Fachbeirat und Projektleitung CLAIM-Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit, und Nicola Böcker-Giannini, Staatssekretärin für Sport in der Berliner Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport, stehen neben einem Plakat mit der Aufschrift "nach dem Freitagsgebet. Direkt Bedroht. (DPA)

Antimuslimischer Rassismus sei in allen gesellschaftlichen Schichten zu finden, betonte die Staatssekretärin, die die kurzfristig verhinderte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) vertrat.
Die Zahl der Vorfälle steige seit Jahren. In Berlin wurden 2020 trotz Lockdowns 208 Fälle von antimuslimischem Rassismus registriert. In den Jahren zuvor waren es 169 (2019) beziehungsweise 157 (2018). „Und das ist nur die Spitze des Eisbergs“, betonte Böcker-Giannini.

Die vier Motive zeigen Alltagssituationen in der U-Bahn, am Späti, im Hörsaal und vor der Moschee und werden in den nächsten zwei Wochen im ganzen Stadtgebiet plakatiert. „Antimuslimischer Rassismus ist für viele Menschen Alltag in Deutschland“, sagte Rima Hanano, Projektleiterin der Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit (CLAIM): „Daher brauchen wir dringend mehr Aufklärung und eine intensive Debatte in allen Bereichen der Gesellschaft.“

epd