Archivbild. PKK/YPG-Terroristinnen in Syrien. (AA)

Nach der Eröffnung einer Vertretung der Terrororganisation PKK/YPG in der Schweizer Stadt Genf kommt scharfe Kritik aus Ankara. Das Außenministerium habe den Geschäftsträger der Schweizer Botschaft daran erinnert, dass es bereits in der Vergangenheit ähnliche Bestrebungen gegeben habe, wie aus der Mitteilung am Dienstag hervorgeht.

Der syrische Ableger der Terrororganisation PKK hatte am Montag ein Büro in Genf eröffnet. Damit will die PKK/YPG in Europa für Unterstützung werben. Laut eigenen Angaben ist insbesondere die Terrorbekämpfung der Türkei ein Thema, wobei sich die Gruppe politischen Beistand erhofft.

Vereinsarbeit der PKK/YPG-Gruppen muss „sofort gestoppt werden“

Die Türkei verurteile jegliche Versuche, „der Terrororganisation und deren Ablegern“ Legitimität zu gewähren, so das türkische Außenamt. Das gelte auch für die Propaganda unter dem Deckmantel der Vereinsarbeit. Dies müsse „sofort gestoppt werden“.

In der Erklärung betonte das Außenministerium zudem, dass im Anti-Terror-Kampf keine Unterscheidung zwischen den terroristischen Vereinigungen gemacht werden sollte. Denn diese könnten irgendwann die Speerspitze ihren Unterstützern zuwenden und Anschläge in deren Ländern begehen, warnte Ankara.

Die Terrormiliz, die aktuell Gebiete im Norden und Osten Syriens besetzt hält, wolle mit der „Vertretung“ die Beziehungen mit der Schweiz stärken, so die Erklärung der PKK/YPG. Dabei sollen die Strukturen und Ziele der Organisation gegenüber der Schweizer Regierung verdeutlicht werden. Die PKK/YPG erhoffe sich zudem, durch „Zusammenarbeit“ in politischen und kulturellen Bereichen „Sicherheit und Stabilität“ in der Region herzustellen.

Kein Verbot der PKK in der Schweiz

Der Schweizer Nachrichtendienst NDB beobachtet die Aktivitäten der PKK seit langem - ein Verbot gibt es jedoch nicht. Die Alpenrepublik ist eines der wichtigsten Rückzugs- und Finanzierungsgebiete der Terrororganisation. Die PKK wird in der Schweiz vor allem von Linksradikalen und kurdischstämmigen Extremisten unterstützt.

Insbesondere seitdem der syrische PKK-Ableger YPG den Norden Syriens besetzt hält und alternative Gesellschaftsmodelle propagiert, hat die Organisation wieder mehr Zulauf gewonnen. Nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs reisten vereinzelt Schweizer in das Land, um den bewaffneten Kampf der Terroristen zu unterstützen.

Die PKK wird in der Türkei, in Europa und den USA als Terrororganisation gelistet.


TRT Deutsch