In der Türkei wurden Denkmäler mit der Aufschrift „Nein zum Rassismus“ errichtet und Gedenktafeln angebracht, um an den Jahrestag des Hanau-Anschlags zu erinnern. (YTB)

Das Präsidium für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften (YTB) hat in der Türkei eine Gedenkaktion für die Opfer des rechtsextremistischen Anschlags von Hanau gestartet. In Ankara und Istanbul wurden dafür Gedenktafeln aufgestellt. Die Botschaft lautet „Nein zu Rassismus“. Vier der Opfer waren türkischstämmig.

Auf den Tafeln wird der Vorfall auf Türkisch und Englisch geschildert: „In Deutschland ging der rechtsextremistische Terrorist Tobias R. am 19. Februar 2020 in zwei Shisha-Bars in der Stadt Hanau bei Frankfurt und schoss auf Menschen, die er als ‚Ausländer‘ bezeichnete. In seinem Manifest erklärte er, er wolle Deutschland von den Menschen mit Migrationshintergrund säubern.“

Die Tafeln fassen für türkische Passanten den rechtsextremen Terroranschlag von Hanau zusammen. (YTB)

Auch Zafer Sırakaya, Vorsitzender der Unterkommission für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften im türkischen Parlament (TBMM), hat in einer Presseerklärung an den Terroranschlag erinnert.

Zwar sei es erfreulich, dass sich viele Menschen in Deutschland „entschieden gegen Rechtsextremismus“ solidarisierten und Seite an Seite gegen „rechtsextremen Terror und Islamophobie“ demonstrierten. Dennoch habe man mit Erschrecken und Besorgnis feststellen müssen, dass rechtsextreme und islamophobe Übergriffe in Deutschland und Europa allgegenwärtig sind.

Der Unterausschuss für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften beobachte die islamophoben Angriffe auf türkische Bürger und deren Gebetsstätten mit Sorge. Man sei hierbei um Dialog und Aufklärung bemüht.

Sırakaya kündigte in der Presseerklärung zudem an, an den Gedenkveranstaltungen am 19. Januar in Hanau teilzunehmen. Es sei eines der größten Anliegen aller Parteien im Parlament in Ankara, den türkischen Bürger im Ausland ein friedvolles leben zu ermöglichen. Die Türkei werde sich auch in Zukunft entschieden gegen „rechtsextremistisches Gedankengut“ und für ein friedliches Miteinander sowie Füreinander einsetzen.

TRT Deutsch