Das türkische Außenministerium. (AA)

Inmitten der massiven diplomatischen Spannungen zwischen Paris und Ankara hat die französische Regierung eine vermeintliche Organisation verboten, die sich „Graue Wölfe“ nennen soll. Gemäß einer Anweisung von Präsident Emmanuel Macron habe das Kabinett einen entsprechenden Beschluss gefasst, teilte Innenminister Gérald Darmanin am Mittwoch im Online-Dienst Twitter mit. Angaben über Mitglieder und Struktur der Organisation wurden nicht gemacht.

Die türkische Regierung kündigte eine „entschiedene Antwort“ auf den Schritt Frankreichs an. Die Freiheiten der türkischen Bürger müsse geschützt werden, erklärte der türkische Außenminister am Mittwoch. Ankara werde „so entschieden wie möglich“ auf den Beschluss der französischen Regierung reagieren.

Die Türkei fasse die Ankündigung als Vorwand auf, um die Versammlungs- und Meinungsfreiheit der Türkischstämmigen in Frankreich einzuschränken. Die französische Regierung fabriziere aus den Taten von wenigen Einzeltätern eine kriminelle Organisation, die es so nicht gebe, erklärte das türkische Außenministerium.

Das Außenministerium warf Frankreich zudem vor, in Sachen Freiheit „mit zweierlei Maß“ zu messen. Die französische Regierung gehe heute genauso wenig gegen Terroristen der PKK und Gülen-Sekte vor, wie damals gegen armenische ASALA-Terroristen. Das verdeutliche auch, wie sehr Paris durch die armenische Diaspora vereinnahmt werde.

Vor dem Hintergrund des Konflikts um die von Armenien illegal besetzte Region Berg-Karabach gab es in Frankreich zuletzt erhebliche Spannungen zwischen Armeniern und Türken. Armenier attackierten Türkischstämmige und eine unbekannte Person beschmierte jüngst eine Gedenkstätte für armenische Opfer im Osmanischen Reich.

Die Türkei unterstützt in dem Konflikt den „Bruderstaat“ Aserbaidschan, Frankreich gilt als Verbündeter Armeniens und besitzt eine einflussreiche armenische Diaspora.

TRT Deutsch und Agenturen