Türkische Helikopter beim Löscheinsatz.  (AA)

Brütende Hitze und starker Wind haben im Süden der Türkei die Ausbreitung von Waldbränden erleichtert. Laut Behördenberichten vom Donnerstag kamen bei mehreren Dutzend Bränden, die sich vor allem im Süden des Landes ausgebreitet haben, bereits vier Menschen ums Leben. Indes kämpfen Feuerwehrleute gegen die Brände in den Urlaubsregionen an der Südküste gegen die Flammen an. Nach Angaben des türkischen Katastrophenschutzes befindet sich unter den vier bislang infolge der Brände Verstorbenen auch ein 82-Jähriger, der allein lebte. Nach derzeitigem Erkenntnisstand wurden122 Menschen verletzt. Als das Inferno ausbrach, lagen die Lufttemperaturen bei fast 40 Grad Celsius, dazu kamen Windböen mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 Kilometern pro Stunde.

Behörden gehen Hinweisen auf Brandstiftung nach Die Behörden leiteten zudem eine Untersuchung ein, um dem Verdacht nachzugehen, dass die Brände, die am Mittwoch in vier Orten östlich der Touristenhochburg Antalya ausbrachen, auf Brandstiftung zurückzuführen sein könnten. Zumindest in einigen Fällen sollen sich anfängliche Hinweise, die in diese Richtung gingen, verdichtet haben. Auch der Bürgermeister von Antalya, Muhittin Böcek, sagte, er vermute ein Verbrechen, da die Brände an vier Orten zeitgleich ausgebrochen seien. „Dies deutet auf eine Brandstiftung hin, aber wir haben noch keine klaren Informationen darüber“, sagte Böcek am Mittwoch. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte in diesem Zusammenhang, dass bereits eine Untersuchung in Gang gesetzt worden sei.

EU erklärt sich solidarisch mit der Türkei
Die EU-Vertretung in der Türkei brachte indes ihre tiefe Betroffenheit über die Waldbrände zum Ausdruck. Sie sprach den Familien und Freunden der Verstorbenen ihr Beileid aus und wünschte denjenigen, die gegen die Flammen kämpfen, Glück.
Auf Twitter erklärte die EU-Delegation in der Türkei: „Wir sind tief betrübt über die Waldbrände, die in verschiedenen Teilen der Türkei ausgebrochen sind. Wir sprechen denjenigen, die ihre Angehörigen verloren haben, unser Beileid aus und wünschen den Teams, die gegen die Brände kämpfen, viel Kraft. Die Europäische Union teilt die Trauer der Türkei.“
Flugzeuge und Hubschrauber im Einsatz
Die Türkei kämpft in insgesamt 41 unterschiedlichen Gebieten gegen dort ausgebrochene Waldbrände. 31 von ihnen konnten bisher erfolgreich unter Kontrolle gebracht werden, so die Behörden am Donnerstag.
Waldbrände brachen in den vergangenen Tagen in den südlichen Provinzen Mersin, Osmaniye, Adana, Antalya und Kahramanmaras aus. Auch in der südwestlichen Provinz Mugla und den zentralen Provinzen Kirikkale und Kayseri gibt es Waldbrände.
Der türkische Minister für Land- und Forstwirtschaft, Bekir Pakdemirli, hat auch Unterstützung vonseiten der Regierung in Ankara für die Katastrophenschutzeinrichtungen in den Provinzen veranlasst: „Wir bekämpfen das Feuer mit drei Flugzeugen, neun Drohnen, unbemannten Hubschraubern, einem Wassertank, 38 Hubschraubern, 680 Wassersprinklern, 55 Baumaschinen und 4000 Personen.“

Um die Türkei im Kampf gegen die Waldbrände zu unterstützen, haben auch Russland, die Ukraine sowie Aserbaidschan Hilfe zugesagt. Moskau entsandte zu diesem Zweck drei Be-200-Löschflugzeuge.

TRT Deutsch