Das deutsche Unternehmen EDAG Engineering eröffnet ihr erstes Büro in der Türkei. Der Ingenieurdienstleister arbeitet an der Entwicklung von Fahrzeugen und Produktionsanlagen sowie an der Optimierung ihrer Prozesse. Das Unternehmen ist der Produktionspartner der türkischen Automobil-Joint-Venture-Gruppe TOGG.

EDAG gehört zu den größten unabhängigen Ingenieurunternehmen der Welt. Das Unternehmen habe ein Entwicklungszentrum in der IT-Hochburg in der Nähe von Istanbul eröffnet, wie „Daily Sabah“ am Montag berichtete. Auf einem 600 Quadratmeter großen Bürogelände soll EDAG bei der Konzeption von Mobilitätsprojekten der TOGG vor Ort mitwirken.

Das Unternehmen arbeite als Engineering-Partner seit Mai 2019 mit TOGG für das Elektroauto-Projekt erfolgreich zusammen, sagte EDAG-Geschäftsführer Cosimo De Carlo. TOGG werde einen wichtigen Beitrag zur E-Mobilität in der Türkei und in Europa leisten. Daher sei der Zeitpunkt gekommen, ein Büro vor Ort zu eröffnen.

Die neue Automobilinitiative könnte der Türkei helfen, ein wichtiger Akteur auf dem zukünftigen Automobilmarkt zu werden, betonte Harald Keller, der Manager der EDAG-Group. Auch die EDAG-Group profitiere von der Zusammenarbeit. Schließlich würden die potenziellen Kunden aus der Türkei die Positionierung des Unternehmens als einen globalen Experten für Mobilitäts-Engineering stärken.

TOGG habe von Anfang an mit den Besten zusammenarbeiten wollen und sich daher für die EDAG-Group entschieden, sagte TOGG-Geschäftsführer Mehmet Gürcan Karakaş. Die EDAG-Präsenz vor Ort zeige, die Türkei sei auf dem richtigen Weg, ein Mobilitätssystem auf ökologischer Basis zu konstruieren.

Mertcan Kaptanoğlu werde den Hauptsitz von EDAG Türkei leiten und ein 30-köpfiges Team von Ingenieuren aufbauen, gab das Unternehmen bekannt. Noch im Juli werde in Gemlik in der nordwesttürkischen Provinz Bursa mit der Inbetriebnahme des Autowerks begonnen. Auch Präsident Recep Tayyip Erdoğan werde bei der Eröffnung unter den Gästen sein.

Im Juni 2018 schlossen sich fünf Industriegiganten zur Gründung der TOGG zusammen - Anadolu Group, BMC, Kök Group, Turkcell und Zorlu Holding.

Der Traum eines in der Türkei produzierten Elektro-Autos endete im Dezember vergangenen Jahres. In der nordwestlichen Stadt Gebze enthüllte Präsident Erdoğan in einer großen Zeremonie die Prototypen eines Geländewagens und einer Limousine. Darunter auch das vollelektrische C-Segment-Modell. TOGG plant, bis 2030 fünf verschiedene Modelle herzustellen - ein SUV, eine Limousine, einen C-Fließheck, ein B-SUV und ein B-MPV.

TRT Deutsch