Forschungsschiff „TCG Çeşme“ der türkischen Marine fährt durch den Bosporus von Istanbul. 

Vier griechische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 haben das Forschungsschiff „TCG Çeşme“ der türkischen Marine in der Ägäis bedrängt. „Leider ist es einer der häufigen Missbräuche unserer griechischen Nachbarn“, erklärte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Dienstag. Athen bestritt den Vorwurf, während beide NATO-Staaten versuchen, Gespräche über bilaterale Seestreitigkeiten wieder aufzunehmen.

Einer der griechischen Kampfjets, der sich dem türkischen Schiff westlich der Insel Lemnos näherte, feuerte nach Angaben aus Sicherheitskreisen einen Täuschkörper
aus einer Entfernung von zwei Seemeilen ab. Die „TCG Çeşme“ war während des Vorfalls mit hydrographischen Vermessungsarbeiten beschäftigt und soll ihre wissenschaftlichen und technischen Forschungen in der Region bis zum 2. März im Rahmen ihres jährlichen Aktivitätsplans fortsetzen.

Verteidigungsminister Hulusi Akar erklärte, die Türkei habe mit der „notwendigen Vergeltung [...] in Übereinstimmung mit den Regeln“ reagiert. „Während wir wissenschaftliche Arbeit leisten, ist eine Belästigung nicht angemessen, sie passt nicht zu gutnachbarlichen Beziehungen“, kritisierte der Minister vor Reportern im türkischen Parlament.

Täuschkörpersysteme sind in den meisten Kampfflugzeugen integriert. Sie werden verwendet, um wärme- und radargesteuerte Raketen abzuwehren. Die Systeme werden entweder von den Piloten oder automatisch durch bordeigene Systeme abgefeuert. Zu dem Vorfall sagte Akar, es sei ein weiterer Fall von „häufiger Belästigung durch unsere griechischen Nachbarn“.

Das griechische Verteidigungsministerium verlautbarte, seine Luftwaffe führe in einiger Entfernung von dem türkischen Schiff eine Militärübung durch und bestritt jegliche Belästigung. „Es flogen keine griechischen Kampfjets in der Nähe des türkischen Schiffes“, behauptete das griechische Verteidigungsamt weiter.

Gespräche über bilaterale Probleme

Nach einer fünfjährigen Unterbrechung trafen sich türkische und griechische Vertreter am 25. Januar, um einen jahrzehntelangen Streit über die Abgrenzung von Seegebieten und Rechte an Energieressourcen im östlichen Mittelmeer zu diskutieren. Beide Länder stimmten zuletzt zu, sich erneut in Athen zu treffen. Durch die jüngsten Ereignisse eskalierten allerdings die Spannungen erneut.

Sowohl in der Ägäis als auch im östlichen Mittelmeer startete das griechische Militär zuletzt Kriegsübungen. Dabei wird auch die U-Boot-Flotte mobilisiert.

TRT Deutsch