Symbolbild: Leeres Wartezimmer in einer Arztpraxis

Wer eine Krankschreibung wegen einer Erkältung braucht, muss dafür ab jetzt wieder zum Arzt. Die Sonderregelung für telefonische Krankschreibungen wegen der Corona-Krise ist zum 31. Mai ausgelaufen. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hatte das bereits Mitte Mai beschlossen. Das Ende der Sonderregelung stehe im Einklang mit der aktuellen Einschätzung der Gefährdungslage, die zu Lockerungen in vielen Bereichen geführt habe, hieß es damals.

Die befristete Ausnahmeregelung war in den vergangenen Monaten mehrmals verlängert worden, um Ansteckungsmöglichkeiten zu verringern und Arztpraxen zu entlasten. Der Deutsche Hausärzteverband hatte gefordert, die Sonderregelung mindestens bis Ende Juni zu verlängern. Der Bundesausschuss begründet das Auslaufen der Regelung auch damit, dass inzwischen die Ausstattung mit Masken und anderer Schutzausrüstung weitestgehend gewährleistet sei. Viele Praxen hätten Hygienekonzepte, so dass Patienten eine ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen könnten, ohne sich erhöhten Infektionsrisiken auszusetzen.

Forsa-Umfrage: Vier von zehn Krankschreibungen telefonisch

Vier von zehn erkrankten Arbeitnehmern haben sich von Anfang März bis Ende April per Telefon krankschreiben lassen. Dies geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK hervor.

Demnach sind bei mehr als 2000 Beschäftigten im April 39% aller Krankschreibungen in der Bundesrepublikseit 9. März telefonisch erfolgt. Von diesen 39% aller Krankgeschriebenen bestand bei 43% der Verdacht auf Covid-19. Ohne die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung wären 10% krank zur Arbeit gegangen.

Insgesamt haben sich laut der Umfrage 19% der Beschäftigten zwischen 18 und 65 Jahren ab 9. März – also ab Einführung der telefonischen Krankschreibung – bis Ende April bei ihrem Arbeitgeber arbeitsunfähig gemeldet. Laut Auswertung der Krankschreibungen betrug dieser Wert im gleichen Vorjahreszeitraum 12%. Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen oder einzelnen Altersgruppen gab es bei den Krankmeldungen nicht.

Nun bestehe mit der Aufhebung der Krankschreibung per Telefon wieder ein erhöhtes Risiko, dass Arbeitnehmer krank zur Arbeit gingen und möglicherweise so das Coronavirus verbreiteten, heißt es von Experten.

Seit Ausbruch der Pandemie gibt es in Deutschland rund 183.500 bestätigte Fälle und 8605 Tote. Weltweit gibt es laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 6,1 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus und rund 372.000 Tote.

TRT Deutsch und Agenturen