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Iran-Krieg: NATO zieht ihre Mission aus dem Irak ab
Der Iran-Krieg weitet sich zunehmend auf die Region aus und zwingt internationale Akteure zum Handeln. Die NATO zieht ihre Mission aus dem Irak ab. Auch die Bundeswehr ist von dem Abzug betroffen.
Iran-Krieg: NATO zieht ihre Mission aus dem Irak ab
Iran-Krieg: NATO zieht ihre Mission aus dem Irak ab / Foto: -/NATO/dpa / DPA
vor 11 Stunden

Wegen des Iran-Kriegs hat die Nato ihre Mission aus dem Irak abgezogen. Die Nato Mission Iraq (NMI) habe „ihr gesamtes Personal sicher aus dem Nahen Osten nach Europa verlegt“, erklärte das Nato-Oberkommando der Alliierten Streitkräfte in Europa (Shape) am Freitag. Die Mission werde nun vom Einsatzhauptquartier in Neapel aus weitergeführt. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte, dass auch Bundeswehr-Personal aus Bagdad abgezogen wurde.

Den Nato-Angaben zufolge verließ das letzte NMI-Personal am Freitag das Land. Der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Europa, Alexus Grynkewich, bedankte sich beim Irak und „allen Verbündeten, die bei der sicheren Verlegung von Nato-Personal mitgewirkt haben“.

Zuvor war aus irakischen Regierungskreisen verlautet, dass es einen „vorübergehenden Abzug“ der „gesamten Nato-Mission“ gegeben habe. Den Angaben aus Bagdad zufolge ist die Nato „wegen der Lage besorgt“. Es gebe „keine Meinungsverschiedenheiten“ mit der irakischen Regierung.

„Die deutschen Soldatinnen und Soldaten, die im Rahmen von NMI in Bagdad eingesetzt waren, kehrten gestern wohlbehalten nach Deutschland zurück“, erklärte das Bundesverteidigungsministerium. Minister Boris Pistorius (SPD) hob hervor, dass die Rückverlegung des Nato-Personals „unter maßgeblicher Beteiligung der Bundeswehr“ erfolgt sei. Demnach wurden mit mehreren Transportmaschinen vom Typ A400M „Personal und Material unter sehr riskanten Bedingungen aus Bagdad ausgeflogen“.

Die Bundeswehr beteiligte sich im Rahmen der Nato Mission Iraq an der Beratung und Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte. Laut Bundesverteidigungsministerium nehmen weiterhin „knapp 200 deutsche Soldatinnen und Soldaten im Raum Nordirak und Jordanien“ an den Einsätzen gegen die Terrororganisation Daesch und zum Aufbau der irakischen Streit- und Sicherheitskräfte teil. Wie viele davon sich aktuell noch im Nordirak befinden, blieb unklar.

Hauptquartier der Nato-Mission nahe US-Botschaft 

Die Nato-Mission hatte ihr Hauptquartier bislang auf einem irakischen Militärstützpunkt in der sogenannten Grünen Zone Bagdads, nahe der US-Botschaft. Die Botschaft war seit Beginn des Iran-Kriegs mehrmals Ziel von Angriffen.

Bei der NMI handelt es sich um eine Beratungsmission, die den Irak beim Aufbau von Streit- und Sicherheitskräften unterstützt. Dabei geht es nicht zuletzt auch um die Verhinderung eines Wiedererstarkens der Terrormiliz Daesch.

Die Mission war 2018 auf Anfrage der irakischen Regierung ins Leben gerufen worden. Geleitet wird sie seit Mai 2025 vom französischen General Christophe Hintzy. Aus französischen Militärkreisen verlautete, die Mission sei „angesichts der aktuellen Bedrohungslage“ abgezogen worden.

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1444 Menschen im Iran. Mehr als 18.550 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten dort bisher mindestens 109 Tote und Tausende Verletzte.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen