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Strafzölle wegen Grönland: Bundesregierung stimmt sich mit europäischen Partnern ab
Die Krise zwischen den USA und Europa um Grönland spitzt sich zu. Nach der sogenannten Erkundungsmission von europäischen Nato-Staaten schwingt Trump erneut die Zollkeule. Eine Reaktion der betroffenen Staaten steht noch aus.
Strafzölle wegen Grönland: Bundesregierung stimmt sich mit europäischen Partnern ab
Bundeskanzler Friedrich Merz (l, CDU) kommt neben Stefan Kornelius, Regierungssprecher, zu der ersten Arbeitssitzung beim EU-Gipfel. / Foto: dpa / DPA
vor 2 Stunden

Die Bundesregierung hat nach der Strafzoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump wegen des Streits um Grönland eine gemeinsame Reaktion der betroffenen europäischen Länder in Aussicht gestellt. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte am Samstag in Berlin, die Bundesregierung habe Trumps Ankündigung „zur Kenntnis genommen“. Sie befinde sich nun „in engster Abstimmung mit den europäischen Partnern“. „Gemeinsam werden wir zur gegebenen Zeit über geeignete Reaktionen entscheiden“, kündigte Kornelius an.

Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson wies Trumps Drohungen entschieden zurück. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, erklärte er in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP. „Nur Dänemark und Grönland entscheiden über Fragen, die sie betreffen“, stellte Kristersson klar. „Ich werde mein Land und unsere verbündeten Nachbarn immer verteidigen“, fügte er hinzu. Es handele sich um „eine europäische Frage“.

Auch Kristersson erklärte, Schweden führe nun „intensive Gespräche“ mit anderen EU-Ländern sowie Norwegen und Großbritannien, um eine „gemeinsame Antwort“ auf Trumps Zollankündigung zu finden.

Trump pocht darauf, Grönland den USA einzuverleiben und begründet dies mit Sicherheitsbedenken wegen einer angeblichen Bedrohung durch China und Russland in der Region. Die europäischen Nato-Verbündeten sind überzeugt, dass Grönland, das Teil des Königreichs Dänemark ist, nicht von den USA übernommen werden müsse, um die Arktis zu schützen. 

Mehrere Nato-Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, entsendeten Soldaten auf die Insel, um die Möglichkeiten einer Militärübung zu erkunden. Gegen diese acht europäischen Staaten kündigte Trump zusätzliche Zölle an. Sie sollen ab dem 1. Februar zusätzliche Zölle von zehn Prozent auf alle Einfuhren in die USA zahlen, ab dem 1. Juni würden diese auf 25 Prozent erhöht.

Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben. Meist war von einem Kauf der Arktis-Insel die Rede, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus. Da Dänemark wie die USA der Nato angehört, droht der Konflikt um Grönland auch die Nato zu spalten.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen