Angesichts des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran warnt Ankara vor einer weiteren Eskalation. Nach einem Treffen des Außenministerrats der Organisation der Turkstaaten (OTS) am Samstag in Istanbul unterstrich Außenminister Hakan Fidan die diplomatischen Bemühungen seines Landes. Türkiye halte hierfür seine diplomatischen Kontakte aufrecht.
Fidan verwies zudem auf eine Erklärung des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian, der Gegenschläge gegen neutrale Länder ablehne. Dies sei hervorzuheben. Vor diesem Hintergrund begrüße Ankara die Entschuldigung aus dem Iran für fälschliche Angriffe auf Drittstaaten, so Fidan. „Ich möchte noch einmal betonen, dass wir Angriffe auf Drittstaaten entschieden verurteilen“, sagte der türkische Außenminister.
Wenige Tage zuvor war eine ballistische Rakete vor dem Eindringen in den türkischen Luftraum durch die Nato-Luftabwehr abgefangen worden. Zudem trafen mehrere Drohnen aus iranischer Produktion den Flughafen in der aserbaidschanischen Region Nachitschewan. Die Vorfälle wurden noch nicht abschließend geklärt.
Fidan sagte mit Blick auf die abgefangene Rakete, Türkiye sei kein Land, das sich durch solche Vorfälle leicht provozieren lasse. Ankara habe mit iranischen Gesprächspartnern über den Vorfall gesprochen und zur Vorsicht geraten. Er rate dazu, von unüberlegten „Abenteuern“ gegen Türkiye abzusehen.
Spekuliert wird über mögliche Aktionen von israelischen und US-amerikanischen Agenten im Iran, die durch Angriffe auf Drittstaaten versuchen, die Front gegen den Iran auszubreiten. Hinzu kommt, dass viele Truppen des Iran seit Kriegsbeginn in unabhängigen Zellen operieren und ihre Aktionen somit von der Zentralverwaltung nicht immer gesteuert werden können.
Der türkische Außenminister warnte zugleich vor Versuchen, ethnische und religiöse Spannungen zu provozieren, um diese für einen Umsturz im Iran zu nutzen. Solche Szenarien lehne Türkiye entschieden ab. Ein Bürgerkrieg im Iran wäre „das gefährlichste Szenario“, sagte Fidan.
US-Präsident Donald Trump und die israelische Führung bekundeten immer wieder ihre Unterstützung für mögliche Aufstände von separatistischen Gruppen im Iran. Der israelische Geheimdienst Mossad operiert dafür eigenen Angaben zufolge auch vor Ort. Vor dem Angriffskrieg waren gewaltsame Proteste ausgebrochen, bei denen neben staatlichen Institutionen auch Moscheen angegriffen wurden. Die Proteste konnten weitgehend eingedämmt werden. Berichtet wird von Tausenden Toten – darunter auch zahlreiche Sicherheitskräfte.


















