Ein israelischer Journalist russischer Herkunft ist vom Flug des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu in die USA ausgeschlossen worden. Kurz vor dem Abflug hätten Mitarbeiter des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet ihn aufgefordert, das Flugzeug zu verlassen, teilte der freie Journalist Nick Kolyohin der Nachrichtenagentur AFP in einem Telefongespräch am Dienstag mit. Die Sicherheitsbeamten hätten ihm erklärt, sie müssten seine „Kontakte überprüfen“.
Das Büro des israelischen Regierungschefs bestätigte den Ausschluss des freien Journalisten, der für drei russische Fernsehsender über das Treffen zwischen Netanjahu und US-Präsident Donald Trump hätte berichten sollen. Das Büro erklärte, aus „Sicherheitsgründen“ keinen Grund für die Maßnahme nennen zu können, wie es in einer Erklärung an die israelische Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“ hieß. Der Schin Bet teilte der Zeitung mit, er sei für die Sicherheit des Regierungschefs verantwortlich und dass „in diesem Rahmen Entscheidungen getroffen werden, um die Risiken“ für ihn „zu verringern“.
Kolyohin, der in Moskau geboren ist und im Alter von neun Jahren nach Israel kam, hatte kein Verständnis für das Vorgehen der israelischen Sicherheitsbehörden. „Einen Journalisten, den man eingeladen hat, so zu behandeln, ihn vor allen zu demütigen und hinauszuwerfen, ergibt keinen Sinn“, sagte der 42-Jährige AFP. „Sie haben meine Sachen genommen und sie durchsucht, als hätte ich eine Bombe.“

















