Rechtsextremisten planten offenbar Anschläge und Entführung von Lauterbach
Eine rechtsextremistische Chatgruppe plante offenbar die Entführung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Sie sollen auch Sprengstoffanschläge vorbereitet haben, so die Ermittler.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (DPA)

Ermittler in Rheinland-Pfalz haben eine rechtsextremistische Chatgruppe zerschlagen. Die Mitglieder der Gruppe „Vereinte Patrioten“ sollen Anschläge und Entführungen geplant haben, wie das Landeskriminalamt (LKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Donnerstag in Mainz mitteilten. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wurde von den Ermittlern informiert, dass es Pläne für seine Entführung gab, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Berliner Ministeriumskreisen erfuhr.

Bereits am Mittwoch hatten die Ermittler die Zerschlagung der Gruppe bekannt gegeben; nun teilten sie Details mit. Insgesamt gelten demnach fünf Menschen als Hauptbeschuldigte. Konkret werfen die Ermittler ihnen die Vorbereitung von Sprengstoffanschlägen, die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz vor.

Ihr Ziel soll gewesen sein, Einrichtungen der Stromversorgung zu zerstören, um einen länger andauernden bundesweiten Stromausfall herbeizuführen. Damit hätten nach Vorstellung der Gruppenmitglieder „bürgerkriegsähnliche Zustände“ verursacht werden sollen, um das demokratische System in Deutschland zu stürzen.

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AFP