Der Darmstädter Technologie- und Chemiekonzern Merck KGaA blickt zum Jahresstart optimistisch auf den globalen Halbleitermarkt. „Ich habe keine Glaskugel, aber ich weiß, dass die weltweite Datenmenge exponentiell wächst, aktuell mit 30 Prozent, und dazu braucht es Chips. Wir gehen davon aus, dass wir 2020 die Trendwende auf dem Halbleitermarkt sehen“, sagte Merck-Chef Stefan Oschmann der „Euro am Sonntag“. Merck hatte erst im Herbst den US-Halbleiterhersteller Versum für 5,8 Milliarden Euro übernommen. Mit Versum habe Merck wesentliche Lücken im Portfolio geschlossen und decke nun alle Stufen der Chipherstellung ab, sagte Oschmann. Er verteidigte zugleich den Kaufpreis, der zu einem deutlichen Anstieg der Verschuldung geführt hat. „Wir haben zu einem Zeitpunkt gekauft, zu dem der Halbleiter-Index relativ günstig war. Seither ist er wieder um 30 Prozent gestiegen.“ Die hohe Verschuldung im Konzern von 12,5 Milliarden Euro schränke derzeit aber die Beweglichkeit ein. „Wir werden zwei Jahre brauchen, bis wir wieder eine gewisse finanzielle Flexibilität haben.“ Oschmann bekräftigte, das Unternehmen wolle künftig in allen drei Bereichen Gesundheit, Biotechnologie und Materials profitabel wachsen.

DPA