Der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen ist israelischen Angaben zufolge in eingeschränktem Umfang geöffnet worden. Der Durchgang sei am Sonntag „für den begrenzten Durchgang von Bewohnern“ des Gazastreifens freigegeben worden, erklärte die für zivile Angelegenheiten in den palästinensischen Gebieten zuständige israelische Behörde Cogat. Die Öffnung des Grenzübergangs erfolge als Teil des seit Oktober geltenden Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas.
Die Öffnung des Grenzübergangs am Sonntag sei eine „erste Probephase“, die mit der EU abgestimmt sei, erklärte Cogat weiter. Nun würden Vorbereitungen für eine vollständige Wiedereröffnung getroffen. Der Grenzübertritt in beide Richtungen werde „nach Abschluss dieser Vorbereitungen beginnen“, erklärte Cogat weiter. Dies sei für Montag geplant, hieß es aus informierten Kreisen am Grenzübergang. Der Grenzübergang war seit Januar 2025 für den Personenverkehr geschlossen.
Die Öffnung des Grenzübergangs Rafah soll von der EU-Mission Eubam begleitet werden – an der gemäß Bundestagsmandat bis zu 25 deutsche Sicherheitskräfte teilnehmen können. Die zivile Mission war im Jahr 2005 nach dem damaligen israelischen Abzug aus dem Gazastreifen eingesetzt worden. Am Grenzübergang Rafah unterstützten Beamte aus EU-Ländern die palästinensischen Behörden bei Personen- und Warenkontrollen. Nach der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Jahr 2007 wurde die Mission ausgesetzt.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza warteten am Sonntag rund 200 Patientinnen und Patienten auf der palästinensischen Seite des Grenzübergangs, um das Gebiet zu verlassen. Zudem seien „etwa 40 Palästinenser der Palästinensischen Autonomiebehörde auf der ägyptischen Seite des Grenzübergangs eingetroffen, um in den Gazastreifen einzureisen und ihre Arbeit aufzunehmen“, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus palästinensischen Behördenkreisen.
Rafah ist der einzige Grenzübergang aus dem Gazastreifen, der nicht über Israel führt, und war früher auch für viele Hilfslieferungen genutzt worden. Die UNO und internationale Hilfsorganisationen hatten schon seit langem eine Wiedereröffnung des Grenzübergangs gefordert, allerdings umfassender als nun von Israel angekündigt. Auch die USA hatten zuletzt auf die Öffnung gedrängt.
Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Zudem führt Israels Militär weiterhin tödliche Angriffe durch. Israels Regierung pocht auf eine Entwaffnung der Hamas und die Zerstörung des Tunnelsystems in dem Palästinensergebiet. Die Hamas fordert dafür den vollständigen Abzug des israelischen Militärs aus dem palästinensischen Küstenstreifen.
Am Samstag waren kurz vor der Wiedereröffnung des Grenzübergangs in Rafah bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen palästinensischen Angaben zufolge mindestens 32 Menschen getötet worden. Die israelische Armee behauptete, sie habe die Angriffe als Reaktion auf „Verstöße der Hamas gegen das Waffenruhe-Abkommen“ geflogen.















