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US-Ministerium veröffentlicht weitere Epstein-Dokumente
Die Frist zur Veröffentlichung der Epstein-Akten ist längst verstrichen. Einige Dokumente hat das Justizministerium auch bereits veröffentlicht, aber längst nicht alle. Nun folgen viele weitere.
US-Ministerium veröffentlicht weitere Epstein-Dokumente
Demonstranten halten Schilder während einer Pressekonferenz zum Epstein Files Transparency Act vor dem U.S. Capitol in Washington, D.C.. / Foto: dpa / DPA
vor 2 Stunden

Das US-Justizministerium hat viele weitere Ermittlungsakten zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Enthalten sind mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten sowie Tausende Videos und Fotos. Enthalten ist auch pornografisches Material, das Epstein besessen, aber nicht selbst aufgenommen hat, wie der stellvertretende Justizminister Todd Blanche berichtete. 

Ob sich neue Erkenntnisse in dem Fall ergeben, war unmittelbar nach der Veröffentlichung auf der Homepage des Ministeriums noch unklar. Inzwischen sind dort elf Datensätze abrufbar. 

Blanche sagte, herausgenommen habe man unter anderem persönliche Daten von Opfern, um deren Privatsphäre zu schützen. Ebenfalls zurückgehalten werde pornografisches Material, auf dem Kinder zu sehen sind, und alles, was Ermittlungen auf Bundesebene behindern könne. 

Missbrauch über Jahre

Der Multimillionär Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Unter seinen Klienten sollen viele einflussreiche Menschen gewesen sein.

Vor fast 20 Jahren landete der Fall vor Gericht. Epstein bekannte sich zu bestimmten Vorwürfen schuldig. Jahre später wurde der Fall nochmals aufgerollt und der Multimillionär erneut festgenommen. Noch bevor ein mögliches weiteres Urteil gefällt werden konnte, starb der Finanzier 2019 mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.

Frist längst verstrichen

Die gesetzlich festgelegte Frist zur Veröffentlichung der Akten ist längst abgelaufen. Eigentlich hätte das Justizministerium bis Mitte Dezember - abgesehen von ein paar gesetzlich eingeräumten Ausnahmen - alle Akten veröffentlichen müssen. 

Blanche verteidigte bei einer Pressekonferenz nun mehrfach, dass deutlich weniger Material und mit Verspätung veröffentlicht wurde. Man habe viel mehr Material eingesammelt, als notwendig, und veröffentliche nur Relevantes. Man habe außerdem Zeit gebraucht, um den Opferschutz zu gewährleisten. Ende Dezember hieß es auf einmal aus dem Justizministerium, dass angeblich eine Million neue Dokumente aufgetaucht seien, die mit dem Skandal in Zusammenhang stehen könnten. 

Der Fall Epstein

Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich brachte. Immer wieder kam die Frage auf, welche prominenten Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten. Per Gesetz wurde schließlich Ende vergangenen Jahres die Veröffentlichung der Akten verfügt, gegen die sich US-Präsident Donald Trump lange gewehrt hatte.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen