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Merz führt „explodierende Gewalt“ auf Zuwanderung zurück
Kanzler Merz stellt einen Zusammenhang zwischen Zuwanderung und Gewaltkriminalität her – und löst damit erneut heftige Kritik aus. Bereits frühere Äußerungen des Kanzlers zur Migration hatten für Kontroversen gesorgt.
Merz führt „explodierende Gewalt“ auf Zuwanderung zurück
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)/ Foto:Reuters / Reuters
vor 3 Stunden

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat einen Zusammenhang zwischen der Zuwanderung von Menschen aus dem Ausland und steigender Gewaltkriminalität in Deutschland hergestellt – und damit heftige Kritik ausgelöst. „Wir haben eine explodierende Gewalt in unserer Gesellschaft, und zwar im analogen wie im digitalen Raum“, sagte Merz am Mittwoch in der Regierungsbefragung im Bundestag. „Und dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt.“

Dieser Hinweis gehöre „zur Vollständigkeit des Bildes dazu“, fügte der Kanzler hinzu. Seine Äußerungen fielen, nachdem eine Grünen-Abgeordnete ihn aufgefordert hatte, sich zu der gesellschaftlichen Diskussion über digitale Gewalt zu äußern. Diese Diskussion war in den vergangenen Tagen durch Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen in Gang gekommen.

Den Vorwurf, dass er das Thema digitale Gewalt ignoriere, wies Merz zurück. Er wolle „festhalten, dass nicht nur die Frauen in diesem Land über dieses Thema diskutieren und sprechen, sondern auch viele Männer – und ich gehöre dazu“. Im Plenum des Bundestags lösten Merz’ Äußerungen zu Zuwanderern empörte Zwischenrufe aus.

Der Grünen-Abgeordnete Robin Wagener sagte an die Adresse des Kanzlers: „Als Mann schäme ich mich dafür, wie wenig Empathie und klare Entschlossenheit Sie angesichts der krassen, sexualisierten Gewalt zum Ausdruck bringen.“ Merz erwiderte: „Die Bemerkung ist Ihnen unbenommen. Ich empfinde sie als ehrenrührig.“

Linken-Fraktionsvize Clara Bünger warf dem Kanzler „pauschale Stimmungsmache gegen Zugewanderte“ vor. „Friedrich Merz lenkt von den eigentlichen Ursachen von Gewalt ab und bedient damit ein gefährliches Narrativ“, sagte Bünger der Nachrichtenagentur AFP. „Wer ausgerechnet bei Gewalt gegen Frauen reflexhaft auf Zuwanderung zeigt, verharmlost strukturelle Gewalt, statt sie wirksam zu bekämpfen.“

Bereits in der Vergangenheit hatte Merz mit Äußerungen zur Migration für Kontroversen gesorgt. Seine umstrittene „Stadtbild“-Aussage, in der er Migration mit Problemen im öffentlichen Erscheinungsbild deutscher Städte in Verbindung brachte, löste breite Kritik aus und wurde von politischen Gegnern teils als spaltend oder unangemessen bewertet.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen