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Studie: Viele Kitas können Auftrag nicht voll erfüllen
Viele Kinder haben einen besonderen Förderbedarf. Die Aufgaben der Kitas in heterogenen Gruppen werden komplexer. Nur wenige Einrichtungen sind aber laut Studie optimal mit Personal ausgestattet.
Studie: Viele Kitas können Auftrag nicht voll erfüllen
Kinder basteln gemeinsam in einer Kindertagesstätte. /Foto: dpa / DPA
vor 2 Stunden

Nur eine Minderheit der Kitas in Deutschland ist einer Studie zufolge mit der optimalen Personalstärke ausgestattet, um für alle Kinder in den oft heterogenen Gruppen gute Bildung und Betreuung zu gewährleisten. Gerade einmal gut jede siebte Einrichtung verfüge über die wissenschaftlich empfohlene Personalausstattung, berichteten die Bertelsmann-Stiftung und das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖiF) an der Uni Wien. 

Die Lage ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich 

Laut Analyse für 2024 verfügen bundesweit lediglich 13,7 Prozent der Kitas über eine 100-Prozent-Personalausstattung. Auffällig dabei: In Westdeutschland sind es im Schnitt 16,3 Prozent, in Ostdeutschland mit Berlin dagegen nur 2 Prozent. 

Mit einer schwachen Personaldecke - 60 Prozent und weniger als wissenschaftlich empfohlen - arbeitet demnach deutschlandweit etwa jede fünfte Kita (21,2 Prozent). Im Westen gelte das für nur rund 11 Prozent, in den ostdeutschen Ländern mit Berlin aber für zwei Drittel (65,3 Prozent). 

Die Untersuchung sieht bei der Ausstattung mit pädagogisch tätigem Personal in allen Bundesländern Handlungsbedarf - zugleich aber große Unterschiede. Vorn liegen Baden-Württemberg und Bremen, wo zum Stichtag 1. März 2024 rund ein Drittel der Kitas über die bestmöglichen Personalressourcen verfügen.

Nach Angaben der Stiftung müssen besonders viele Kitas in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen mit höchstens 60 Prozent des benötigten Fachpersonals auskommen – betroffen sind dort rund 84 Prozent der Einrichtungen.

Berechnung mit neuer Messlatte 

Die Analyse arbeitet mit einer sogenannten Personalausstattungsquote, die Stiftung und ÖiF entwickelt haben, um mehrere zentrale Faktoren wie Altersstruktur oder Anteil der daheim nicht Deutsch sprechenden Kinder angemessen zu berücksichtigen, wie es hieß. 

Für Kitas mit ihrem zunehmend komplexen Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrag seien ausreichend viele und gut qualifizierte Fachkräfte wie Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen umso wichtiger, betonte die Stiftung.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen