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EU einigt sich auf „historisches“ Freihandelsabkommen mit Mercosur
Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen ebnet die EU den Weg für eines der größten Freihandelsabkommen der Welt. Die Einigung mit den Mercosur-Staaten soll Handel und Wachstum ankurbeln.
EU einigt sich auf „historisches“ Freihandelsabkommen mit Mercosur
EU einigt sich auf „historisches“ Freihandelsabkommen mit Mercosur. / Foto: DPA
10. Januar 2026

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Einigung der EU-Länder auf das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten als „historisch“ gepriesen. Sie freue sich darauf, zur Unterzeichnung des Abkommens nach Paraguay zu reisen, erklärte von der Leyen am Freitag. Laut dem argentinischen Außenministerium werde dies am 17. Januar geschehen. „Dieses historische Handelsabkommen ist ein weiterer Beweis dafür, dass Europa seinen eigenen Kurs verfolgt und ein verlässlicher Partner ist“, fügte die EU-Kommissionspräsidentin hinzu.

Die EU-Botschafter der 27 Mitgliedstaaten hatten zuvor mehrheitlich für das Freihandelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten gestimmt – nach über 25 Jahren Verhandlungen. Damit ist der Weg frei für die Entstehung einer der weltgrößten Freihandelszonen.

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bezeichnete die EU-Zustimmung zum Freihandelsabkommen als „historischen Tag für den Multilateralismus“. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Protektionismus sei das Abkommen „ein Bekenntnis zum internationalen Handel als Motor des Wirtschaftswachstums, von dem beide Blöcke profitieren“, erklärte Lula im Onlinedienst X.

Merz: Mercosur-Abkommen Signal der Handlungsfähigkeit

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Zustimmung der EU für eine Unterzeichnung des Handelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten begrüßt. Dies sei „ein Meilenstein in der europäischen Handelspolitik und ein wichtiges Signal unserer strategischen Souveränität und Handlungsfähigkeit“, erklärte der CDU-Politiker. „Mit dem Abkommen stärken wir unsere Wirtschaft und die Handelsbeziehungen mit unseren Partnern in Südamerika – das ist gut für Deutschland und für Europa.“

Der Kanzler fügte hinzu, dass 25 Jahre Verhandlungen jedoch zu lang gewesen seien. „Jetzt kommt es darauf an, die nächsten Freihandelsabkommen zügig abzuschließen.“

Im Kern sieht das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay den Wegfall der meisten Zölle vor. Die Kommission verspricht sich davon eine Steigerung der EU-Exporte in die südamerikanischen Länder von bis zu 39 Prozent. Während die Europäer unter anderem Autos und chemische Produkte über den Atlantik exportieren, liefern die Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe nach Europa.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen