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Palästinensische Botschaft in London eingeweiht
Gemeinsam mit Frankreich, Kanada und Australien hatte Großbritannien im September einen palästinensischen Staat anerkannt. Der palästinensische Botschafter spricht bei der Einweihung der Botschaft von einem „historischen Moment“.
Palästinensische Botschaft in London eingeweiht
Foto: Aaron Chown/PA Wire via dpa
6. Januar 2026

Nach der Anerkennung eines palästinensischen Staates durch Großbritannien im September ist in London die palästinensische Botschaft offiziell eingeweiht worden. Der palästinensische Botschafter in Großbritannien, Husam Somlot, sprach bei der kurzen Zeremonie am Montag von einem „historischen Moment“ und „tiefgreifenden Meilenstein der britisch-palästinensischen Beziehungen“. Die Botschaft stelle für Generationen von Palästinensern den Beweis dar, „dass unsere Identität nicht geleugnet werden kann“, fügte er hinzu.

Zuvor hatte sich an dem Standort im Westen Londons die palästinensische Vertretung in Großbritannien befunden. Somlot, der bei der Eröffnungszeremonie eine traditionelle schwarz-weiße Kufiya trug, sagte vor den versammelten Gästen, die Aufwertung der Vertretung zu einer Botschaft sei „nicht einfach eine Namensänderung“, sondern ein Richtungswechsel hin zu einem palästinensischen Staat. Er sprach von einem „Tag der Hoffnung“.

Das britische Außenministerium teilte auf Anfrage zunächst nicht mit, ob London plane, seinerseits eine Botschaft in den palästinensischen Gebieten zu eröffnen. Der Vertreter von Großbritanniens König Charles III. bei der Zeremonie, Alistair Harrison, beglückwünschte die palästinensische Seite zur Einweihung der Botschaft und sprach von einem „Moment der Hoffnung“. Dies sei „der Anfang einer großen Veränderung in unseren bilateralen Beziehungen“.

Im September hatte Großbritannien gemeinsam mit Frankreich, Kanada und Australien in Reaktion auf die katastrophale Lage im Gazastreifen einen palästinensischen Staat anerkannt. Damit wollten die westlichen Staaten eigenen Angaben zufolge die Bemühungen um die sogenannte Zweistaatenlösung wiederbeleben, welche die friedliche Existenz eines Palästinenserstaats an der Seite Israels vorsieht. Deutschland gehört wie die USA nicht zu den inzwischen mehr als 150 der 193 UN-Mitgliedstaaten, die Palästina als unabhängigen Staat anerkennen.

Israel tötete mehr als 420 Palästinenser trotz Waffenruhe 

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder gebrochen wird.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der offiziellen Waffenruhe mindestens 421 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 71.380 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 171.260 weitere.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen