Metin Mert (Metin Mert)

Er lebte in einem Haus mit Ausblick auf den Bosporus!

An dem Tag, an dem Fenerbahçe mit Toni Schumacher einen Vertrag unterschrieb, nahm eine weitere Mannschaft der türkischen Süper Lig, nämlich Sarıyer, einen weiteren deutschen Torhüter, nämlich den in Duisburg geborenen Detlef Müller mit einer Ablöse in Höhe von damals 100 Millionen türkischen Lira für zwei Jahre unter Vertrag. Müller, der vom SC Westfalia Herne geholt wurde, zahlte die Hälfte seiner Ablöse aus eigener Tasche. Die Verantwortlichen von Sarıyer mieteten für Müller sogar ein Haus mit Ausblick auf den Bosporus, das er bald darauf mit seiner Ehefrau und seinem Hund bezog. Während Sarıyer die Saison 1988/1989 auf dem vierten Platz beendete, konnte Müller aufgrund der Ausländerregelung in der Türkei nur ein Pflichtspiel und Vorbereitungsspiele bestreiten. In dieser Phase erntete er Kritik der Art „Geld verdienen, ohne zu spielen“.


Die ersten Tore, die er kassierte, trugen die Unterschrift deutscher Fußballer

Müller bestritt im Trikot von Sarıyer sein erstes Spiel in der Süper Lig am 17. Dezember 1989 im Fenerbahçe-Stadion gegen Malatyaspor. Jürgen Sundermann war damals Trainer von Malatyaspor. In dem genannten Spiel, das 2:2 endete, kassierte Müller sein erstes Tor nach Vorbereitung eines deutschen Spielers, Alf Fistler. Auch das zweite Tor schoss ein deutscher Spieler, nämlich Engelbert Buschmann. Mit diesem Spiel löste Müller Yaşar Duran, auch bekannt als „Eimer“, im Tor ab und stand in den restlichen Spielen der Saison 1989/1990 zwischen den Pfosten. Sarıyer verlängerte am Saisonende den Vertrag mit Müller, der die Auszeichnungen „Torhüter des Monats“ und „Goldener Handschuh“ erhielt und von Galatasaray, Fenerbahçe und Beşiktaş umworben wurde.

Er wurde mit Toni Schumacher verglichen!

Müller wurde in seinen ersten Jahren in der Türkei mit seinem Landsmann Toni Schumacher verglichen. Kommentatoren, welche die Begegnungen zwischen Fenerbahçe und Sarıyer moderierten, verwechselten Schumacher und Müller aufgrund ihrer ähnlichen Frisur miteinander. Schumacher und Müller trafen insgesamt drei Mal in der Süper Lig aufeinander. Zwei dieser Begegnungen endeten mit dem Sieg von Sarıyer, der Mannschaft von Müller, und eines endete unentschieden, wobei das am härtesten umkämpfte Spiel die Viertelfinalbegegnung des türkischen Pokals war, die in der Saison 1990/1991 im Fenerbahçe-Stadion ausgetragen wurde. Toni Schumacher, der den von Müller ausgeführten Elfmeter hielt, sorgte für den Einzug seiner Mannschaft Fenerbahçe ins Halbfinale.

Sein Einsatz in der türkischen Nationalmannschaft stand im Raum!

In einem Interview, das er der Bild-Zeitung gab, sagte Müller: „Ich habe ein Angebot erhalten, türkischer Staatsbürger zu werden und für die türkische Nationalmannschaft zu spielen.“ Nach den haushohen Niederlagen der Türkei gegen Ungarn und Irland erklärte der damalige türkische Nationaltrainer, Sepp Piontek wiederum gegenüber der Bild-Zeitung, dass Müller bereits am 27. Februar 1991 im Spiel gegen Jugoslawien auflaufen könnte, wenn die Verfahren zum Erwerb der türkischen Staatsbürgerschaft bis dahin abgeschlossen seien. Nach dieser Ankündigung verkündete Engin İpekoğlu, der damalige türkische Nationaltorwart und Torhüter von Beşiktaş, dass er nicht mehr für die türkische Nationalmannschaft spielen werde. Hayrettin Demirbaş, Ersatztorwart der türkischen Nationalmannschaft und gleichzeitig Torhüter von Galatasaray, erklärte: „Wenn Müller dabei ist, bin ich raus.“ Parallel zu diesen Reaktionen wurden Nachrichten veröffentlicht, denen zufolge ausländische Torhüter in der türkischen Süper Lig gesperrt werden sollten. In dieser Phase ließ sich Müller von seiner Frau scheiden, die die Türkei verlassen und nach Deutschland zurückkehren wollte.

Er wurde Muslim und ließ sich beschneiden!

Müller beantragte zweimal die türkische Staatsbürgerschaft, wobei der erste Antrag noch abgelehnt wurde. Er konvertierte in der Sultanahmet-Moschee unter der Zeugenschaft des Imams Emrullah Hatipoğlu zum Islam, indem er das Glaubensbekenntnis aussprach. Müller erklärte, dass er in Duisburg mit muslimischen Freunden aufgewachsen sei und bereits als Kind über den Koran und den Islam recherchiert habe. Bei der vom Sportverein Sarıyer organisierten Zeremonie im Jahr 1993 wurde Müller vom berühmten Arzt Dr. Kemal Özkan beschnitten und vollzog damit im Alter von 28 Jahren eines der für Männer wichtigsten Rituale der islamischen Religion. Nach der Beschneidung sagte er: „Ich bin froh, türkischer Staatsbürger und Muslim geworden zu sein. Die Türkei ist nun meine Heimat.“ Müller wurde am 31. März 1993 offiziell türkischer Staatsbürger. Das entsprechende Prozedere zwang Müller dazu, ein weiteres Jahr zu warten, so dass er ab 1. April 1994 als inländischer Fußballer in der Türkei auflaufen durfte. Metin Mert wollte nach seiner Konversion nicht mehr mit seinem alten Namen gerufen werden und kritisierte diejenigen, die ihn „Müller“ nannten.

Mit Trabzonspor stand er kurz vor der Meisterschaft in der Süper Lig!

Metin Mert, der 135 Pflichtspiele im Sarıyer-Trikot bestritt und in der Saison 1991/1992 den Balkan-Cup gewann, wechselte in der Saison 1995/1996 mit einer Ablösesumme von 2,5 Milliarden türkischen Lira und einem Jahresgehalt von 11,5 Milliarden türkischen Lira zu Trabzonspor. In seiner Zeit bei Trabzonspor heiratete er eine Türkin namens Derya. Die Begegnung zwischen Trabzonspor und Fenerbahçe, die am 5. Mai 1996 ausgetragen wurde und das Schicksal der Meisterschaft in der Süper Lig besiegelte, war der Wendepunkt in der Karriere von Metin Mert. Nach dieser Begegnung, die 2:1 für Fenerbahçe ausging, lief Mert noch für ein weiteres Pflichtspiel für Trabzonspor auf und wechselte dann in der Winterpause der Saison 1997/1998 zu Kocaelispor.

Drei Trophäen mit Galatasaray gewonnen!

Metin Mert, der nach Kocaelispor auch für Konyaspor und Antalyaspor spielte, beendete im Jahr 2004 seine aktive Karriere als Torhüter und arbeitete anschließend bei mehreren Vereinen als Torwarttrainer. 2006 heiratete Mert ein drittes Mal. Im Stab des Trainers von Galatasaray, Hamza Hamzaoğlu, feierte Müller in der Saison 2014/2015 die Meisterschaft in der türkischen Süper Lig, gewann den türkischen Pokal und den türkischen Superpokal. Müller antwortete in seinen Anfangsjahren in der Türkei auf Interviewfragen, ob er nach seinem Karriereende nach Deutschland zurückkehren werde, wie folgt: „Ich glaube nicht, dass ich die Türkei verlassen werde. Ich werde weiterhin in der Türkei leben, auch nach meinem Karriereende.“ Müller hielt Wort und arbeitet derzeit zusammen mit Cheftrainer Hamza Hamzaoğlu in der Türkei.