Archivbild: Eine türkische Drohne während eines Einsatzes (AA)

Das türkische Verteidigungsunternehmen Baykar wird in Kürze zwei neue unbemannte Flugzeuge testen, die die türkischen Drohnenfähigkeiten von landgestützten auf maritime Operationen ausweiten werden. Das verkündete der Geschäftsführer Haluk Bayraktar am Mittwoch. Bayraktar, einer von zwei Ingenieursbrüdern und Leiter des Verteidigungsunternehmens Baykar, sagte gegenüber Reuters, die neuen Flugzeuge würden in den nächsten zwei Jahren getestet. Zudem könnten diese von einem Schiff der türkischen Marine aus starten, das derzeit gebaut werde. Der Einsatz der Bayraktar-TB2-Drohne durch die Türkei war ein wichtiger Faktor in den Konflikten in Syrien, Irak, Libyen und Aserbaidschan und hat Baykar ins internationale Rampenlicht gerückt. Das Unternehmen ist dadurch jüngst zu einem wichtigen Hersteller und Exporteur geworden. TB3-Drohne soll von Flugzeugträger starten können Das Unternehmen hat inzwischen Exportverträge mit 13 Ländern unterzeichnet, darunter auch ein gemeinsames Produktionsabkommen mit der Ukraine. Die Baykar-Produkte würden inzwischen dazu beitragen, die Art und Weise, wie moderne Kriege geführt werden, neu zu gestalten, erklärte Bayraktar. Analysten zufolge gehört die Türkei mit ihrem Drohnenprogramm neben den Vereinigten Staaten, Israel und China zu den vier größten Herstellern der Welt. „Da jeder darüber spricht, wie die Drohnentechnologie die Kampfdoktrinen verändert (…) ist eines unserer nächsten Ziele die TB3-Drohne, die vom TCG Anadolu starten und auf ihr landen kann“, sagte Bayraktar. Der TCG-Anadolu-Flugzeugträger kann Kampfhubschrauber auf seinem Landedeck transportieren, jedoch verfügt die Türkei über kein Flugzeug, das von diesem Schiff aus starten kann. Die TB3-Drohne mit ihren klappbaren Flügeln könnte von den kurzen Landebahnen der Marine aus starten. Weitere Drohnen in Entwicklung Bayraktar zufolge sind bereits einige Teile des Flugzeugs in Produktion, sodass der erste Testflug im nächsten Jahr stattfinden soll. Danach soll ein unbemanntes Kampfflugzeug mit der Bezeichnung MUIS folgen, dessen erster Prototyp im Jahr 2023 fliegen soll. Die MUIS-Drohne, die sich derzeit in der Entwurfsphase befinde, setze auf einen Düsenantrieb. Das autonom manövrierende Fluggerät werde in der Lage sein, im Tandem mit pilotengesteuerten Flugzeugen zu operieren, und könne mit Luftraketen ausgestattet werden, so das Unternehmen. Bayraktar sagte, die Türkei habe in den letzten 20 Jahren beim Aufbau einer eigenen Verteidigungsindustrie einen „riesigen Sprung“ gemacht. Die Anzahl der Verteidigungsunternehmen sei von 17 auf fast 17.000 angestiegen. „Die Drohnentechnologie ist nur eine der Erfolgsgeschichten, die aus den nationalen und einheimischen Entwicklungsbemühungen hervorgegangen sind“, sagte er. „Wir haben erst vor kurzem damit begonnen, die Früchte einer Arbeit zu ernten, die vor zwei Jahrzehnten begann“, erklärte der Ingenieur.

TRT Deutsch