Spanien, Sevilla: Muslimisches Badehaus aus dem 12. Jahrhundert nach Renovierungsarbeiten in einer Bar entdeckt. 

Die Besitzer einer Bar im Zentrum der spanischen Stadt Sevilla haben bei Renovierungsarbeiten durch Zufall ein historisches Badehaus entdeckt. Der Hamam mit Wandmalereien aus dem 12. Jahrhundert sei nahezu perfekt erhalten. Die Entdeckung sei „völlig unerwartet“ geschehen, erklärte Archäologe Alvaro Jimenez gegenüber der Nachrichtenagentur AFP am Montag.
Insgesamt wurden 88 Oberlichter entdeckt, die im maurischen Stil sternförmig und achteckig sind. Ebenso wurden mehrere Kunstwerke an den Wänden des 200 Quadratmeter großen Gebäudes freigesetzt. Das mehr als 800 Jahre alte Badehaus mitsamt seinen Kunstwerken, Skulpturen und Wandeinbauten sei im tadellosen Zustand erhalten.

Spanien, Sevilla: Decke der Bar AFP

„Die Bäder befinden sich im südlichen Teil der Stadt, den die Almohaden in ihr politisches, religiöses und wirtschaftliches Zentrum verwandelten“, sagte Jimenez. Der Archäologe ist mit der Überwachung aller Renovierungsarbeiten in der Nähe der Kathedrale von Sevilla beauftragt. Sevilla war 1147 von der muslimischen Almohaden-Dynastie erobert worden. Die Stadt war neben Marrakesch eine der beiden Hauptstädte ihres Reiches.

Spanien, Sevilla: Das Bild zeigt eine verzierte Wand in der Bar. AFP

Die Bar, die bald wiedereröffnet wird, soll nun in eine Art lebendes Museum umgewandelt werden. Besuchern soll die Möglichkeit gegeben werden, die islamischen Kunstwerke und die Architektur im Hamam erneut zu erleben – wie es die Bewohner der Stadt vor acht Jahrhunderten bereits getan haben.

Die Außenansicht der Bar unweit des Giralda-Turms in Sevilla.  AFP
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