WELT
2 Min. Lesezeit
Tarifkonflikt in öffentlichem Dienst: Warnstreiks an über 20 Universitätskliniken
Patienten in ganz Deutschland bekommen den laufenden Tarifstreit im öffentlichen Dienst zu spüren. Bis Mitte Februar dürfte es zu einer weiteren Ausweitung der Warnstreiks kommen.
Tarifkonflikt in öffentlichem Dienst: Warnstreiks an über 20 Universitätskliniken
Mitarbeiter des Universitätsklinikums beteiligen sich am bundesweiten Warnstreik / Foto: dpa / DPA
vor 20 Stunden

Bundesweit sind am Dienstag Beschäftigte von mehr als 20 Universitätskrankenhäusern in Warnstreiks getreten. An einem Branchenstreiktag der Gewerkschaft Verdi sollten sich nach deren Angaben unter anderem die Mitarbeitenden von Unikliniken in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern beteiligen. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst von 15 Bundesländern. Hessen verhandelt nicht mit.

„An den betroffenen Kliniken ist mit deutlichen Einschränkungen zu rechnen, für eine Notfallversorgung ist jedoch gesorgt“, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Es gälten entsprechende Notdienstvereinbarungen. Die Beschäftigten an den Unikliniken seien „stinksauer“, fügte sie an. Es gehe für diese in dem Tarifstreit unter anderem zusätzlich um die Höhe von Schicht- und Wechselschichtzulagen.

Derzeit laufen die Tarifgespräche für die Beschäftigten der Länder. Mit weiteren Warnstreiks bis zur dritten Verhandlungsrunde vom 11. bis zum 13. Februar ist zu rechnen. Im Vorfeld wollen die Gewerkschaften mit verschärften Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Proteste im Gesundheitswesen sollen laut Verdi am Mittwoch weitergehen, zudem sind weitere Branchenstreiktage geplant. Für Donnerstag rufen die Gewerkschaften bereits zu Arbeitsniederlegungen im Bildungsbereich auf.

Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent, monatlich jedoch mindestens 300 Euro mehr Geld. Die Länderfinanzminister wiesen die Forderung als überhöht zurück. Sie legten bisher kein eigenes Angebot vor, sondern nur einen sogenannten „Einigungskorridor“. Dieser sieht im Wesentlichen einen Inflationsausgleich bei einer Laufzeit von 29 Monaten vor. Von den Gewerkschaften wurde der Vorschlag als inakzeptabel zurückgewiesen.

Konkret verhandelt wird in der Tarifrunde für alle nicht verbeamteten Beschäftigten von 15 Ländern. Hessen schließt separate Vereinbarungen ab. Die Tarifabschlüsse werden später in der Regel auf die verbeamteten Länderbeschäftigten sowie Pensionäre übertragen. Laut Verdi wird in der Tarifrunde für insgesamt 2,2 Millionen Länderbeschäftigte verhandelt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen