TÜRKİYE
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Iran-USA-Konflikt: Erdoğan bietet Vermittlerrolle an
Angesichts wachsender Spannungen zwischen Washington und Teheran bietet Ankara eine Vermittlerrolle an. Präsident Erdoğan signalisiert Gesprächsbereitschaft, während die USA neue Drohungen gegen den Iran aussprechen.
Iran-USA-Konflikt: Erdoğan bietet Vermittlerrolle an
Iran-USA-Konflikt: Erdoğan bietet Vermittlerrolle an / Foto: AA / AA
vor 17 Stunden

Nach den jüngsten Drohungen der USA mit einem Angriff auf den Iran hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan seine Bereitschaft erklärt, in den Spannungen zwischen beiden Ländern zu vermitteln. Türkiye sei bereit, „eine vermittelnde Rolle zwischen dem Iran und den USA zu übernehmen, um die Spannungen abzubauen und die Probleme zu lösen“, sagte Erdoğan nach Angaben seines Büros während eines Telefonats mit seinem iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian am Freitag.

Anlass des Gesprächs seien die „eskalierenden militärischen Spannungen in der Region“ gewesen. Die USA hatten nach den landesweiten Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Iran einen neuen Angriff auf das Land nicht ausgeschlossen und Kriegsschiffe in die Region entsandt.

Der Erfolg einer diplomatischen Vermittlung von türkischer Seite hänge jedoch „vom guten Willen der beteiligten Parteien“ ab, erklärte Peseschkian nach dem Telefonat. Ein Ende der „aggressiven und bedrohlichen Handlungen in der Region“ sei dafür notwendig.

Iranischer Außenminister in Türkiye

Das Telefonat zwischen Peseschkian und Erdoğan fand zeitgleich zu einem Besuch des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi in Türkiye statt. Araghtschi landete am Freitagmorgen in Istanbul. Nach Angaben des iranischen Außenministeriums stehen Gespräche mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan und mit Präsident Erdoğan auf dem Programm.

Am Vortag betonte Trump erneut die militärische Stärke der USA – sagte zugleich, er hoffe, einen Angriff auf den Iran vermeiden zu können: „Wir sind stark, wir sind finanziell mächtig und wir sind militärisch mächtig“, sagte er. „Wir haben gerade viele sehr große, sehr mächtige Schiffe, die zum Iran fahren, und es wäre großartig, wenn wir sie nicht einsetzen müssten“, fügte Trump hinzu.

Trump hatte dem Iran am Mittwoch erneut mit militärischer Gewalt gedroht, falls Teheran nicht über ein neues Atomabkommen verhandele. „Die Zeit wird knapp“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. „Der nächste Angriff wird viel schlimmer“, fügte er mit Blick auf die Bombardements der US-Armee während des zwölftägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni hinzu.

Auslöser der Proteste im Iran sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation HRANA der starke Wertverlust der iranischen Landeswährung Rial sowie die sich weiter verschlechternde wirtschaftliche Lage in dem Land. Die Demonstrationen begannen am 28. Dezember 2025 in Teheran und breiteten sich anschließend auf zahlreiche weitere Städte aus.

Die iranischen Behörden räumen ein, dass während der Proteste Tausende Menschen getötet wurden und sprechen von mehr als 3000 Todesopfern. Die Mehrheit der Getöteten seien Angehörige der Sicherheitskräfte oder unbeteiligte Zivilisten gewesen, die von „Randalierern“ getötet worden seien, hieß es in einer Erklärung.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen