Eine umstrittene US-Sicherheitsfirma verhandelt mit der Regierung von Präsident Donald Trump über eine neue Rolle im Gazastreifen. Die Gespräche würden mit dem sogenannten Board of Peace geführt, teilte das Unternehmen UG Solutions am Mittwoch mit. Die Firma hatte in der Vergangenheit bewaffnete Söldner zum „Schutz“ von Hilfsgüter-Standorten in dem Küstengebiet eingesetzt. Dabei war sie in die Kritik der Vereinten Nationen geraten, nachdem an den von ihr bewachten Verteilstellen Hunderte Palästinenser getötet worden waren.
Bei Palästinensern stößt eine mögliche Rückkehr von UG Solutions auf scharfe Ablehnung. Die GHF (Gaza Humanitarian Foundation) und diejenigen, die hinter der Firma stünden, hätten palästinensisches Blut an den Händen, sagte Amjad al-Schawa vom Netzwerk palästinensischer Nichtregierungsorganisationen. „Sie sind nicht willkommen, nach Gaza zurückzukehren.“ Nach UN-Angaben wurden mehr als 2.500 Menschen an den Verteilstellen der GHF in Gaza getötet und mindestens 19.000 weitere verletzt.
UG Solutions verteidigt GHF
Der Sprecher von UG Solutions behauptete hingegen zu den früheren Vorfällen, die bewaffneten Mitarbeiter hätten nur Hilfsstandorte und deren unmittelbare Umgebung gesichert. Sie hätten keine Kontrolle über die Handlungen des israelischen Militärs oder militanter Gruppen gehabt. Israels Militär hatte behauptet, seine Soldaten hätten geschossen, um auf Bedrohungen zu reagieren und Menschenmengen unter Kontrolle zu bringen. Zeugenaussagen, auch von mindestens einem Ex-GHF-Mitarbeiter, widersprechen dieser Darstellung. Demnach wurde auch seitens der GHF immer wieder willkürlich auf hungernde Zivilisten geschossen.
Nach Israels rund dreimonatiger Aushungerungskampagne hatte die GHF am 27. Mai einige wenige Verteilzentren für Hilfsgüter im Süden des Gazastreifens eröffnet. Die Privatstiftung wurde von den USA und Israel unterstützt und koordiniert. Die UNO und andere große Hilfsorganisationen verweigerten eine Kooperation mit der umstrittenen Stiftung unter dem Vorwurf, die GHF verstoße gegen grundlegende humanitäre Prinzipien.
Die GHF beendete sechs Wochen nach Beginn der Waffenruhe zwischen Israel und der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas am 10. Oktober ihren Einsatz im Gazastreifen.












