Türkiye und Pakistan haben die rasche Verlegung gemeinsamer Truppen nach Saudi-Arabien beschlossen. Dies teilten die drei Mitgliedsländer am Montag in einer vom pakistanischen Außenministerium veröffentlichten gemeinsamen Erklärung mit. Die Entscheidung sei bei einem Dringlichkeitstreffen des sogenannten Mekka-Verteidigungspaktes in Riad getroffen worden. Die Umsetzung erfolge im Rahmen der nationalen Gesetze der drei Staaten.
Der saudiarabische Verteidigungsminister schrieb auf der Kurznachrichtenplattform X, das Treffen habe die Solidarität und Einheit der Länder im Angesicht der „abscheulichen Angriffe“ auf das Königreich und die heiligen Stätten bekräftigt.
Der türkische Außenminister Hakan Fidan sagte nach dem Treffen in Riad, man habe erörtert, welche Unterstützung zur Verteidigung Saudi-Arabiens geleistet werden könne. Zugleich seien Wege für eine friedliche Lösung durch Dialog besprochen worden.
Auslöser für das Treffen war ein Vorfall in der vergangenen Woche. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen hatte am Donnerstag behauptet, dass die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen eine Stromverteilerstation in der saudiarabischen Stadt Medina angegriffen hätten. Diese Anlage versorgt die Prophetenmoschee, eine der heiligsten Stätten des Islam, mit Elektrizität. Die Huthi-Miliz wies die Anschuldigungen zurück. Einige Beobachter halten auch einen Angriff Israels unter falscher Flagge für möglich.
Die Huthi hatten mit Raketen und Drohnen sowie einer Seeblockade ursprünglich den palästinensischen Widerstand im Kampf gegen Israel nach dem 7. Oktober 2023 unterstützt. Sie halfen auch dem Iran im US-israelischen Angriffskrieg. Später richteten sich die Aktionen der Huthi-Miliz gegen Saudi-Arabien, dessen Koalition die international anerkannte Regierung Jemens militärisch unterstützt. Die Huthis kontrollieren etwa ein Drittel des Landes, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Dort leben rund 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung: bis zu 30 Millionen Menschen.
Die mehrheitlich sunnitischen Staaten Türkiye, Pakistan und Saudi-Arabien hatten den Pakt unter dem Namen „Gemeinsames Verteidigungsabkommen von Mekka“ Anfang August vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und dessen Folgen gegründet. Darin ist festgelegt, dass ein bewaffneter Angriff auf ein Mitgliedsland als Angriff auf alle gewertet wird. Konkrete militärische Verpflichtungen waren bei der Bekanntgabe des Paktes im Sommer jedoch nicht genannt worden.



























