İlyas Tüfekçi

Er war ein Teamkollege von Joachim Löw!

Das am 27. September 1980 ausgetragene Spiel zwischen Borussia Dortmund und VfB Stuttgart war das erste Spiel von İlyas Tüfekçi in der Bundesliga. Tüfekçi, der beim Aufwärmen vor dem Spiel ausländerfeindlichen Protesten der Fans ausgesetzt war, wurde in der 75. Spielminute wiederum unter Protesten eingewechselt und bewahrte innerhalb von 10 Minuten mit einem Tor und einer Vorlage seine Mannschaft vor einer Niederlage. Somit gab er seine Antwort auf die Proteste auf dem Spielfeld. İlyas Tüfekçi machte in der Saison 1980/81, in der er mit namhaften Spielern wie Joachim Löw und Hansi Müller auflief, mit 16 Toren in 30 Pflichtspielen für Stuttgart auf sich aufmerksam.

Er war der erste türkische Fußballspieler bei Schalke 04

İlyas Tüfekçi, der mit seiner Leistung im Trainingslager vor der Saison 1981/1982 den 1,7 Millionen DM teuren Dieter Müller in den Schatten stellte, sollte nach dem Willen des Stuttgarter Trainers Jürgen Sundermann den Laufpass bekommen. In der Saison 1980/1981 stieg Schalke 04 mit einem Kader, dem auch Klaus Fischer angehörte, erstmals in seiner Geschichte ab. Nach dem Abstieg verließen insgesamt 11 Spieler, darunter Fischer, den Verein. Um wieder in die Bundesliga aufzusteigen, tätigte Schalke mehrere Transfers, darunter den ersten türkischen Spieler in seiner Geschichte, İlyas Tüfekçi. Dieser hatte das erste Angebot noch abgelehnt, obwohl ihm die Verantwortlichen von Schalke das doppelte Gehalt wie in Stuttgart und eine Stammplatzgarantie in Aussicht stellten. Tüfekçi, der in der Saison 1981/1982 drei Pflichtspiele für Stuttgart absolvierte, wurde auf dem Rückflug von Düsseldorf nach Stuttgart, nach der Begegnung der Nationalmannschaften von Island und der Türkei am 9. September 1981, von Flugbegleiterinnen auf einen Sitzplatz neben Schalke-Manager Rudi Assauer gelotst. Assauer unterbreitete Tüfekçi ein Angebot mit den gleichen Bedingungen, und das Transfergespräch in der Luft nahm bei der Landung in Stuttgart ein glückliches Ende. Der Verkauf von Tüfekçi an Schalke 04 für 700.000 DM wurde von den Stuttgarter Fans stark kritisiert, und selbst die Tageszeitung Stuttgarter Nachrichten titelte: „Der türkische Retter verlässt Stuttgart“. Um die Gemüter etwas zu beruhigen, sagte Hansi Müller in einer Erklärung gegenüber dem WDR-Fernsehen: „Der Verkauf von İlyas Tüfekçi hat Stuttgart finanziell entlastet.“ Tüfekci wurde schließlich im Zimmer 1453 im 14. Stock des Maritim-Hotel in Gelsenkirchen untergebracht und wohnte dort während seiner gesamten Zeit bei Schalke 04.

Mit ihm gelang der Wiederaufstieg in die Bundesliga!

İlyas Tüfekçi bestritt am 19. September 1981 sein erstes Spiel für Schalke 04 gegen Alemannia Aachen. Diese Begegnung, bei der Tüfekçi 90 Minuten auf dem Platz stand, wurde im Parkstadion auch von türkischen Fans verfolgt, die ihn unterstützten. Schalke 04 stieg am 15. Mai 1982, zwei Wochen vor Ende der Saison, als Meister erneut in die Bundesliga auf. İlyas Tüfekçi leistete mit 7 Treffern und weiteren Torvorlagen seinen Beitrag zum Wiederaufstieg. In dieser Phase wurde er aber vom türkischen Nationaltrainer Fethi Demircan nicht in den Kader nominiert, weil er sich nach der Niederlage gegen Island in eine Bar begeben haben soll. Während Stuttgart die Saison 1980/1981 noch auf dem dritten Platz der Bundesliga beendet hatte, reichte es in der Saison 1981/1982 nur für den neunten Platz, sodass Trainer Jürgen Sundermann, der den Wechsel von Tüfekçi befürwortet hatte, entlassen wurde.

Abgestiegen mit dem Schalke 04!

In den ersten drei Begegnungen der Saison 1982/1983 wurde Tüfekçi während der Spiele eingewechselt und erzielte insgesamt 4 Tore. Schon gegen Ende der Hinrunde kämpfte Schalke um den Verbleib in der höchsten Spielklasse. Nachdem Schalke sich in der Winterpause von seinem Trainer Sigfried Held getrennt hatte, wurde als Nachfolger Jürgen Sundermann präsentiert, der Tüfekçi bereits in Stuttgart trainiert hatte. Bei seinem Abschied von Stuttgart hatte Tüfekçi zu Sundermann gesagt: „Ich gehe jetzt. Wenn ich geblieben wäre, hätte Dieter Müller auf der Bank Platz nehmen müssen. Das weißt du auch. Und jetzt hast du den Salat und kannst dir Gedanken darüber machen.“ Das Schicksal führte sie bei Schalke 04 erneut zusammen. Obwohl Schalke am Ende der Saison 1982/1983 erneut abstieg, zählte İlyas Tüfekçi mit 8 Saisontreffern zu den besten Torschützen seiner Mannschaft.

Seine Verlobte beging Selbstmord, weil er in die Türkei zurückkehrte

İlyas Tüfekçi lernte 1982 eine Deutsche namens Sabine kennen, und die beiden verlobten sich. Tüfekçi verbrachte mit der 21-jährigen Sabine den Urlaub in der Türkei, doch ihr gefiel es dort nicht. Nachdem Schalke in der genannten Saison in die Zweite Bundesliga abgestiegen war, wechselte Tüfekçi zu Fenerbahce und lud Sabine ein, mit ihm in die Türkei zu ziehen. Trotz ihrer großen Liebe zu İlyas folgte Sabine ihm nicht und nahm sich leider kurz nach seiner Abreise aus Deutschland das Leben. Tüfekçi versetzte dieser Schicksalsschlag in große Trauer.

Er erzielte 21 Tore in der Bundesliga!

İlyas Tüfekçi, der in der Bundesliga das Trikot von Hertha Berlin, VfB Stuttgart und Schalke 04 trug, verabschiedete sich am Ende der Saison 1982/1983 aus Deutschland. Er erzielte in 59 Bundesligapartien 21 Tore. Tüfekçi spielte auch gemeinsam mit Şenol Güneş und Fatih Terim für die türkische Nationalmannschaft. In seiner Karriere wurde er mit Fenerbahce einmal und mit Galatasaray zweimal Meister der türkischen Süper Lig. Nach der Saison 1990/1991, im Trikot von Zetinburnuspor, hängte er seine Fußballschuhe an den Nagel. In den Jahren 1994 bis 2009 war Tüfekçi Trainer verschiedener türkischer Fußballmannschaften.

Er kämpft mit der ALS-Krankheit!

İlyas Tüfekçi, einer der unvergesslichen Namen des türkischen Fußballs, kämpft seit 2013 mit der tödlichen Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose). Tüfekçi, der mit seinen Leistungen in der Türkei und in Deutschland zu überzeugen wusste und aufgrund seiner Größe von 1,65 Meter den Spitznamen „kleiner Riese“ bekam, ist gelähmt und auf die Unterstützung eines Beatmungsgerätes angewiesen.