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Nach unzähligen Demütigungen und Provokationen als Teil einer umfassenden zionistischen Vertreibungskampagne und ethnischen Säuberung im Jerusalemer Stadtteil Sheikh Jarrar ist es dem Netanjahu-Regime unter Mithilfe amerikanisch-jüdischer Organisationen gelungen, die Vertreibung der Palästinenser aus ihren Wohnhäusern zu beschleunigen. Schon Wochen vor dem Gemetzel in Sheikh Jarrar, wo mittlerweile 3000 militante Siedler unter den Palästinensern leben, hatten die zionistischen „Sicherheitskräfte“ ständig dafür gesorgt, die Palästinenser in Angst und Schrecken zu versetzen. Dort befindet sich die berühmte AL-Tifl-Arabi- Schule, ehemals Internat für die Waisenkinder, die das Massaker von Deir Yassin überlebt hatten; sie ist eines der Symbole für die palästinensische Widerstandsfähigkeit gegenüber zionistischen Gräueltaten.

Damit hat, wie es scheint, Netanjahu auf sein „Kriegsherren“-Image hingearbeitet und auf seinen Machterhalt, um eine andere Koalition als seine bisher gescheiterte zu verhindern und seinen Korruptionsprozess vergessen zu machen.

Es wird langsam Zeit, dass die Zionisten endlich die Fakten anerkennen, dass Jerusalem seit mehr als 2000 Jahren eine mehrheitlich muslimisch-arabische Stadt war und ist. Auch die Eroberung Ost-Jerusalems durch die Zionisten nach dem Angriff 1967 gab ihnen nicht das Recht, die Stadt zu besetzen und zu annektieren, ihre ursprünglichen Bewohner zu vertreiben, ihnen den gleichberechtigten Bürgerstatus abzuerkennen und das Wahlrecht zu verweigern. Ständig wurde das jüdische Viertel „verschönt“ und erweitert, während man die palästinensischen Viertel vernachlässigte und immer ärmer und verkommener werden ließ, mit der Absicht, ihren Bewohnern das Leben unter Juden noch unerträglicher zu machen. Auch die ständigen Provokationen auf dem Haram-al-Sharif unweit des Sheikh-Jarrar Viertels wurden immer mehr zum Tummelplatz für jüdische Extremisten, die sogar einen jüdischen Tempel errichten wollen anstelle der Al-Aqsa Moschee.

Es sei auch daran erinnert, dass mithilfe zionistischer „Sicherheitskräfte“ die Palästinenser eingeschüchtert werden, was die jüdischen Extremisten weiter ermutigt, palästinensische Bürger und Händler zu vertreiben.

Jahr für Jahr versuchen palästinensische Gläubige, ihr Recht auf das Gebet in der Al-Aqsa Moschee auszuüben. In diesem Jahr sperrten die zionistischen Sicherheitskräfte die Straßen ab, verwehrten den Gläubigen den Zutritt in die Al-Aqsa-Moschee und machten selbst vor Gewalt gegen Gläubige vor und in der Moschee nicht Halt. Bei diesem Pogrom wurden laut Rotem Halbmond mehrere hundert Palästinenser verletzt.

Diese massiven, gut vorbereiteten zionistischen Provokationen mussten unweigerlich zu palästinensischem Widerstand führen, zumal dies gerade am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan geschah.

Diese gewollten Konfrontationen führten am Samstagabend und am Sonntag zum Feiertag Lalilat al-Qadr mehr als 90.000 Palästinenser zum drittheiligsten Heiligtum des Islams, um dort friedlich zu beten.

Es begann der Kampf um ihre Rechte in Jerusalem, eine Auseinandersetzung zwischen Intoleranz und Toleranz, zwischen Unrecht und Recht, wobei Letzteres eindeutig auf palästinensischer Seite liegt.

So war es nur mehr als verständlich, dass frustrierte und hilflose Palästinenser aus dem zionistisch abgeriegelten Gaza sich wehrten, als die jüdischen „Verteidigungsbomben“ und Drohnen flogen. Sie hatten jedes Recht dazu, allerdings stehen ihre „Feuerwerksraketen“ in keinem Verhältnis zu dem hochgerüsteten zionistischen Waffenarsenal. Wie immer in den letzten Jahren ist dies ein ungleicher „Angriffskrieg“ der Besatzer gegen eine Bevölkerung unter illegaler Besatzung. Gaza hat im Gegensatz zum „jüdischen Staat“ keine Raketenabwehrsysteme und freie Flächen, um sich vor Angriffen in Sicherheit zu bringen. Propagandistisch werden die Angriffe aus Gaza mit Sirenengeheul und flüchtenden „verängstigten“ Juden hochstilisiert, während im Gazastreifen willkürlich Häuser und Menschen angegriffen und gezielt getötet werden, die weder eine Chance haben zu fliehen noch sich in Bunker flüchten können. Inzwischen gibt es schon 83 getötete Palästinenser, darunter 17 Kinder und 7 Frauen zu betrauern. Erfahrungsgemäß wird es nicht bei dieser Zahl bleiben.

Es ist eine Schande, wie die heuchlerische westliche „Wertegemeinschaft“ im Zusammenspiel mit den angepassten Mainstream-Medien die Wirklichkeit verdreht. Tatsache ist, dass ein illegales Apartheid-Besatzer-Regime ganz Palästina übernommen hat, um sein Endziel der Judaisierung und ethnischen Säuberung zu vollenden.

Am 15. Mai ist der 76. Jahrestag der Nakba, der palästinensischen Katastrophe, der Vertreibung von hunderttausenden Palästinensern aus ihrer angestammten Heimat. An diesem Tag müssen wir uns alle solidarisch diesem Gedenktag anschließen, in der aktuellen Lage noch wichtiger denn je.

Der außenpolitische Tiefpunkt ist die Verurteilung der legitimen Raketenabwehr aus Gaza durch die USA und den deutschen Außenminister Maas (SPD, der Mann, der wegen Auschwitz in die Politik ging); die mantrahafte Betonung von „Israels Recht auf Selbstverteidigung“ ist geradezu obszön, denn mit ihrer Verteidigung der israelischen Luftangriffe zeigen sie nur, dass sie die kriminellen zionistischen Völkerrechtsverbrechen willfährig unterstützen. Ins gleiche Horn stießen viele andere politische Claqueure in Deutschland, von AfD bis zu den Grünen, die „fest an der Seite Israels“ stehen. Was für eine deutsche Schande! Seit Merkels „Staatsräson“-Regierung an der Macht ist, hat sich der zionistische Siedlungsbau auf palästinensischem Gebiet so massiv erweitert, dass „Friedensgespräche“ von israelischer Seite obsolet sind.

Wenn dann noch der Präsident des Zentralrats der Juden, Schuster, allen Ernstes „gerade“ von deutschen Bürgern „Solidarität mit Israel“ und der jüdischen Gemeinschaft einfordert, sollte er sich nicht wundern, dass „Davidsternflaggen“ als Symbol der völkerrechtswidrigen Besatzung vor Synagogen verbrannt werden.

Das ist ganz sicher kein Antisemitismus auf deutschen Straßen, sondern Ausdruck der Solidarität mit dem angegriffenen palästinensischen Volk unter völkerrechtswidriger zionistischer Besatzung, und diese Wut ist nur allzu verständlich. Dasselbe gilt für spontane Demonstrationen aus der Verzweiflung heraus, die von der Polizei mit massiven Einsätzen aufgelöst wurden. Soviel zur Demonstrations- und Meinungsfreiheit!

Ausdrücklich danke ich Präsident Erdogan für seine klaren Worte und Solidarität. In der Tat sollte Israel endlich zur Rechenschaft gezogen werden, und die Staatengemeinschaft muss ihm endlich entschlossen „klare Botschaften“ und eine abschreckende Lektion erteilen. Gemeinsame BDS- und weitreichende Sanktionen sind die einzige Lösung, bis Palästina frei ist.

Vor allem aber haben die Palästinenser – im Gegensatz zum Besatzerstaat – ein vom Völkerrecht gedecktes Recht auf Selbstverteidigung, und wir sollten sie dabei gemeinsam unterstützen.

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