Nach einem US-israelischen Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Iran ist die Zahl der Todesopfer iranischen Angaben zufolge auf mehr als 100 Kinder gestiegen. Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats sprach Irans UN-Botschafter Amir Saeid Iravani am Samstag von einem „Kriegsverbrechen“.
Der Angriff habe zum Tod von „mehr als 100 Kindern“ geführt, erklärte Iravani in New York. Es sei „bedauerlich, dass einige Mitglieder dieses Gremiums mit offenkundigen Doppelstandards den flagranten Akt der Aggression der USA und Israels gegen Iran ignorieren und stattdessen Iran verurteilen, weil es sein im UN-Recht verankertes Recht auf Selbstverteidigung wahrnimmt“.
Zuvor hatten iranische Behörden von 85 Todesopfern gesprochen. Dutzende weitere Menschen seien bei dem Angriff auf die Grundschule in Minab in der südiranischen Provinz Hormosgan nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus verletzt worden, berichteten iranische Medien.
Iravanis Stellungnahme erfolgte kurz nachdem US-Präsident Donald Trump den Tod von Irans Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei bekannt gegeben hatte. Zu diesen Berichten äußerte sich der iranische UN-Botschafter im Sicherheitsrat nicht.
USA verweisen auf „globale Sicherheit“
Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, verwies im Sicherheitsrat auf frühere UN-Resolutionen zum iranischen Atomprogramm. „Die internationale Gemeinschaft hat lange ein einfaches und notwendiges Prinzip bekräftigt: Iran darf keine Atomwaffe besitzen“, sagte Waltz. Dieses Prinzip sei „keine Frage der Politik, sondern der globalen Sicherheit“.
Russland und China verurteilten die Luftschläge auf Iran ausdrücklich. Andere Staaten riefen vor allem zur Deeskalation auf.
Mehrere Golfstaaten verurteilten hingegen iranische Gegenschläge gegen Ziele in der Region als „feige“. In einer gemeinsamen Erklärung, verlesen vom Botschafter Bahrains, Jamal Fares Alrowaiei, machten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Oman, Katar, Bahrain, Syrien und Jordanien die Regierung in Teheran „voll verantwortlich“ für die Angriffe.
UN-Generalsekretär António Guterres warnte im Sicherheitsrat vor unkontrollierbaren Folgen einer weiteren militärischen Eskalation. Militärisches Handeln berge das Risiko, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die niemand kontrollieren kann – in der volatilsten Region der Welt“.

















