Migranten in Deutschland können derzeit keine neuen Integrationskurse belegen. Nach Angaben von „Correctiv“ vom Mittwoch hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) seit Dezember 2025 die Zulassungen für solche Kurse auf Eis gelegt. Der Zulassungsstopp geht dem Recherchenetzwerk zufolge aus einem offenen Brief vom 22. Januar hervor. Die Sprachkursträger seien über den Zulassungsstopp nicht vorab informiert worden.
Hintergrund sind ausstehende Entscheidungen des Bamf über entsprechende Zulassungsanträge. Wie das Bundesinnenministerium in einer Antwort auf eine schriftliche Frage der Grünen mitteilte, befinden sich Zulassungsanträge für Integrationskurse gemäß Paragraf 44 Absatz 4 des Aufenthaltsgesetzes „derzeit noch in der internen Auswertung“. Es könne aktuell „noch nicht sicher gesagt werden, wie lange dieser Prüfprozess noch andauert und wann eine abschließende Entscheidung über die Zulassung getroffen werden kann“.
Laut Aufenthaltsgesetz haben bestimmte Ausländer einen Rechtsanspruch auf die Teilnahme an einem Integrationskurs. Voraussetzung ist, dass sie sich „dauerhaft im Bundesgebiet“ aufhalten. Dies betrifft etwa anerkannte Geflüchtete oder Erwerbsmigranten. Daneben können Ausländer nach Paragraf 44 Absatz 4 des Aufenthaltsgesetzes vom Bamf auf Antrag zu einem Kurs zugelassen werden, sofern ausreichend Kursplätze zur Verfügung stehen. Dazu zählen Asylbewerber während ihres Asylverfahrens, geduldete Ausländer sowie Ukrainer, die vorübergehenden Schutz in Deutschland erhalten haben.
Scharfe Kritik an dem Zulassungsstopp kommt von den Kursträgern. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) spricht von einer „dramatischen Situation“. Derzeit könnten nur in sehr geringem Umfang bereits geplante Kurse starten, lernwillige Menschen seien zum Abwarten verdonnert, erklärte der Verband. Dies gelte beispielsweise auch für junge Menschen aus der Ukraine, die sich schnell in den Arbeitsmarkt integrieren wollen.
„Hier wird deutlich, dass Personen aktuell bewusst an einer gelungenen Integration gehindert werden oder diese verzögert wird“, betonte Sascha Rex vom Deutschen Volkshochschul-Verband.











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