TÜRKİYE
2 Min. Lesezeit
Istanbul: R4-Staaten beraten über regionale Sicherheit
Die R4-Staaten wollen mehr Verantwortung für die Sicherheit ihrer Region übernehmen. In Istanbul beraten ihre Außenminister über eine engere Zusammenarbeit.
Istanbul: R4-Staaten beraten über regionale Sicherheit
Istanbul: R4-Staaten beraten über regionale Sicherheit / Foto: AA

Die Außenminister von Türkiye, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien sind in Istanbul zu Beratungen über die regionale Sicherheit zusammengekommen. Das Treffen im sogenannten R4-Format unter Vorsitz des türkischen Außenministers Hakan Fidan begann am Freitag und soll den regionalen Dialog stärken sowie dauerhafte Stabilität fördern, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Die vier Länder hatten das R4-Format gegründet, um sich bei regionalen Fragen enger abzustimmen. Grundlage ist der Ansatz, dass die Staaten der Region selbst Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen. Fidan will bei dem Treffen die Bedeutung dieser Eigenverantwortung unterstreichen und sich für den Ausbau entsprechender Kooperationsmechanismen einsetzen.

Zugleich dürfte der türkische Außenminister davor warnen, dass sich bestehende Konflikte gegenseitig verschärfen. Eine Ausweitung auf weitere Gebiete müsse verhindert werden, damit regionale Spannungen nicht zu umfassender Instabilität führten.

Mit Blick auf den Nahostkonflikt will Fidan die fortdauernde israelische Besatzung palästinensischer Gebiete und Israels Aggression in der Region als wesentliche Ursachen der Spannungen benennen. Auch die kompromisslose Haltung der israelischen Regierung, die internationale Friedensbemühungen untergrabe, dürfte er dabei kritisieren.

Vor dem Hintergrund des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran will sich Fidan für eine diplomatische Lösung aussprechen. Dauerhaft lasse sich der Iran-Krieg nur durch Dialog und Diplomatie beilegen. Militärische Maßnahmen verschärften dagegen die Verwundbarkeit der Region und erhöhten die Gefahr eines umfassenderen Konflikts.

Nach den jüngsten Angriffen der Huthi-Miliz auf Zivilisten und zivile Infrastruktur in Saudi-Arabien dürfte Fidan dem Königreich erneut Unterstützung bei der Wahrung seiner Sicherheit zusichern. In diesem Zusammenhang will er auch die Solidarität und den Ansatz kollektiver Sicherheit des Mekka-Verteidigungsbündnisses hervorheben.

Türkiye, Pakistan und Saudi-Arabien hatten das „Gemeinsame Verteidigungsabkommen von Mekka“ am 7. August unterzeichnet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif sowie der saudische Kronprinz und Ministerpräsident Mohammed bin Salman hatten das Abkommen unterschrieben.

Mit der Verteidigungsallianz wollen die drei Staaten ihre Sicherheit durch gemeinsame Abschreckung und Verteidigung stärken. Zugleich verfolgen sie das Ziel, regionale Probleme durch Zusammenarbeit zu lösen und die Stabilität in der Region zu fördern.

Zur Koordinierung richteten die Mitgliedsländer ein Strategisches Politik- und Verteidigungskomitee ein. Ihm gehören die Außen- und Verteidigungsminister sowie die Generalstabschefs der drei Staaten an. Das Gremium kam am 31. August erstmals in Istanbul zusammen.

QUELLE:TRT Deutsch