Deutsche Industrie startet mit massivem Einbruch ins Jahr
Laut Statistischem Bundesamt gingen die Neugeschäfte im Januar im Vergleich zum Vormonat um mehr als elf Prozent zurück. Auch für die kommenden Monate erwarten Experten einen negativen Trend.
Die deutsche Industrie hat im Januar einen massiven Auftragseinbruch erlitten. / Photo: DPA (DPA)

Die deutsche Industrie hat im Januar einen massiven Auftragseinbruch erlitten. Das Neugeschäft verringerte sich um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 6,0 Prozent gerechnet. Damit schlug das Pendel wieder zurück, nachdem die Industrie im Dezember mit aufwärts revidiert 12,00 Prozent ein kräftiges Auftragsplus eingefahren hatte.

Zunächst war für Dezember nur von einem Zuwachs von 8,9 Prozent die Rede gewesen. „Die vergleichsweise starke Revision im Dezember 2023 beruht auf Nachmeldungen von Betrieben in mehreren Wirtschaftszweigen“, teilte Destatis dazu weiter mit.

Der starke Rückgang im Januar sei auf das hohe Volumen an Großaufträgen im Dezember zurückzuführen. Im Januar lag das Volumen der Großaufträge demnach wieder auf einem durchschnittlichen Niveau. Bei allen drei Hauptgruppen, also bei den Investitionsgütern (minus 13,1 Prozent), bei den Vorleistungsgütern (minus 9,3 Prozent) sowie bei den Konsumgütern (minus 5,7 Prozent) fiel der Auftragseingang im Januar gegenüber dem Vormonat.

Die Auslandsaufträge sanken um 11,4 Prozent. Dabei gingen die Aufträge aus der Euro-Zone um 25,7 Prozent zurück. Die Aufträge von außerhalb des Euroraums stiegen hingegen um 1,6 Prozent. Die Inlandsaufträge nahmen um 11,2 Prozent ab.

„Statt die Produktion zu schmieren, schmieren die Aufträge wieder ab“, so das Fazit von Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank: „Wegen der schwankenden Großaufträge fahren die Aufträge zurzeit einen heftigen Zick-Zack-Kurs.“ Der Auftragsbestand dürfte seiner Einschätzung nach in den nächsten Monaten weiter abnehmen.

Führende Konjunkturinstitute sehen Deutschland am Rande der Rezession. Die Ifo-Ökonomen und die Experten vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) gehen jeweils davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Anfang 2024 das zweite Quartal in Folge schrumpft und Deutschland somit in eine Rezession rutscht. Erst ab Jahresmitte dürfte es spürbar besser werden.

Reuters