IMK-Chef über „Querdenker“-Demonstranten: Ein Drittel rechtsextrem
Ein Drittel der Teilnehmer der „Querdenken“-Demos könnten zur rechtsextremen Szene gehören. Das glaubt der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK) und ruft den Verfassungsschutz zum Handeln auf.
7.06.2020, Baden-Württemberg, Leonberg: Ein Teilnehmer trägt bei einer Demonstration der Initiative „Querdenken 711“ einen Aluhut. (DPA)

Bei Demonstrationen der „Querdenken“-Bewegung gegen die Corona-Maßnahmen mischen nach Schätzung des Vorsitzenden der Innenministerkonferenz (IMK), Georg Maier, zu einem Drittel Rechtsextremisten mit. „Aus meiner Sicht erscheint plausibel, dass ein Drittel der Teilnehmer bei solchen Demonstrationen zur rechtsextremen Szene gehört. Das merkt man an Symbolen und Fahnen, die dort auftauchen“, sagte der Thüringer SPD-Minister der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ am Samstag. Es seien auch Impfgegner und Verschwörungstheoretiker dabei, bei denen die Grauzone hin zum Rechtsextremismus beginne.
Der Verfassungsschutz müsse die „Querdenken“-Bewegung überprüfen: „Man wird nicht jeden Einzelnen, sondern die Protagonisten unter die Lupe nehmen“, erklärte der SPD-Politiker. „Es ist offensichtlich, dass es persönliche Kontakte der Protagonisten zu Rechtsextremisten gibt. Das ist ein Hinweis auf Verfassungsfeindlichkeit, reicht aber noch nicht aus.“
Wenn genug Beweise vorlägen, dass „Querdenken“ eine verfassungsfeindliche Organisation sei, „dann sollte ‚Querdenken‘ vom Verfassungsschutz beobachtet werden“, so Maier. „Hier geht es aber nicht um Schnelligkeit, sondern um Qualität. Denn natürlich können sich Organisationen dagegen auch zur Wehr setzen, und es ist immer schlecht, wenn man vor Gericht eine Niederlage kassiert.“

DPA