Der Chefberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, Akif Çağatay Kılıç / Photo: AA (AA)
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Der Chefberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, Akif Çağatay Kılıç, hat seine Trauer über den tragischen Verlust einer türkisch-bulgarischen Familie bei einem Brand in Solingen geäußert. In der Nacht auf Montag kamen vier Menschen bei einem schweren Brand in einem Mehrfamilienhaus ums Leben.

„Mit großer Trauer habe ich erfahren, dass vier Personen aus derselben Familie, darunter zwei Kinder, bei dem Brand in Solingen ihr Leben verloren haben und viele weitere verletzt wurden“, schrieb Kılıç am Dienstag auf X. Er sprach den Angehörigen sein Beileid aus und wünschte den Verletzten baldige Genesung.

Der Chefberater erinnerte an den Solinger Brandanschlag von 1993 und forderte die deutschen Behörden auf, den Vorfall gründlich zu untersuchen. Vor rund 31 Jahren wurde das Haus einer türkischen Einwandererfamilie von vier Rechtsextremisten in Brand gesetzt, die später gefasst und zu zehn bis 15 Jahren Haft verurteilt wurden. Bei dem rassistischen Anschlag kamen drei Kinder und zwei Frauen ums Leben.

Oberbürgermeister von Solingen: Ermittlungen sind im Gange

Das türkische Generalkonsulat in Düsseldorf drückte ebenfalls sein tiefes Bedauern über den Vorfall aus und wünschte den Verletzten eine rasche Genesung. „Wir hoffen, dass die Ursache dieses Brandes so bald wie möglich untersucht und geklärt wird. Zu diesem Zweck wird unser Generalkonsulat weiterhin mit den zuständigen Behörden in Kontakt bleiben“, hieß es in der Erklärung.

Laut örtlichen Behörden kamen bei dem Brand ein Mann, seine Ehefrau und ihre beiden Kinder ums Leben. Die Identität der Opfer wurde nicht sofort bekannt gegeben. Die Nachbarn der Opfer erklärten gegenüber lokalen Medien, dass sie bulgarische Staatsbürger türkischer Herkunft waren.

Nach Angaben der Feuerwehr brach das Feuer in den frühen Morgenstunden im ersten Stock aus und geriet schnell außer Kontrolle. Es wird vermutet, dass die Opfer in einem der oberen Stockwerke gefangen waren, als die Holztreppe des veralteten Gebäudes in Flammen aufging.

Mindestens 21 Menschen wurden aus dem Mehrfamilienhaus gerettet, neun wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Zwei von ihnen befänden sich in kritischem Zustand, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte.

Nach Angaben des Oberbürgermeisters Tim Kurzbach ermittelt die Polizei in Zusammenarbeit mit anderen Landesbehörden. „Ich bitte Sie, die laufenden Ermittlungen abzuwarten. Ich denke, jeder sollte sich zu diesem Zeitpunkt mit Spekulationen zurückhalten. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft tun alles, was getan werden muss“, erklärte er gegenüber Journalisten.

TRT Deutsch