Symbolbild: Schuhgeschäft in Deutschland / Foto: DPA (dpa)
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Immer mehr Schuhhändler in Deutschland geben auf. Nach Schätzungen des Handelsverbandes Textil Schuhe Lederwaren (BTE) hat sich die Zahl der Schuhgeschäfte seit Jahresbeginn erneut um rund 500 auf etwa 9500 verringert. Gründe für die Entwicklung seien nicht zuletzt die deutlich gestiegenen Kosten für Personal, Energie und Mieten, sowie die anhaltende Konsumflaute in Deutschland, sagte BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels anlässlich der Messe „Shoes“ am Montag in Düsseldorf.

Mit einer raschen Besserung der Situation rechnet der Branchenkenner nicht. „Auch der Rest des Jahres wird für die Branche herausfordernd. Die Marktbereinigungen im Schuhhandel werden weitergehen“, sagte Pangels. Zuletzt hatten Insolvenzen bekannter Schuhhandelsketten wie Görtz und Reno für Aufsehen gesorgt.

Der Schuhhandel bewege sich weiter in schwierigem Fahrwasser, sagte Pangels. Zwar stiegen im ersten Halbjahr die Umsätze im stationären Schuhhandel nach ersten Hochrechnungen des BTE nominal um acht bis neun Prozent. Doch sei dies vor allem auf die hohe Inflation zurückzuführen. Preisbereinigt lägen die allermeisten Geschäfte nur knapp im Plus oder sogar im Minus. Gleichzeitig belasteten deutlich gestiegenen Kosten in vielen Bereichen das Ergebnis.

Eine gute Nachricht gab es allerdings vom stationären Schuhhandel. Nach den Marktanteilsverlusten während der Corona-Pandemie konnten die Händler in den Einkaufsstraßen zuletzt wieder Boden gegenüber dem Onlinehandel gutmachen. Nach ersten BTE-Hochrechnungen entfielen im ersten Halbjahr wieder knapp zwei Drittel der Umsätze im Schuhhandel auf den stationären Fachhandel. Der Onlinehandel, der in den Hochzeiten der Pandemie weit über die Hälfte der Umsätze auf sich vereint hatte, komme aktuell auf einen Anteil von 18 Prozent. Auf Waren- und Modehäuser entfielen demnach 17 Prozent des Gesamtumsatzes mit Schuhen.

Die deutsche Schuhindustrie steigerte ihren Gesamtumsatz im ersten Halbjahr um 5,4 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt bedeute dies allerdings „eigentlich Nullwachstum“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L), Manfred Junkert.

Der größte Teil der in Deutschland verkauften Schuhe wurde auch im ersten Halbjahr 2023 in Asien produziert. Allein der Gesamtwert der aus China importierten Schuhe belief sich auf rund 1,5 Milliarden Euro. Er lag damit allerdings leicht unter dem Vorjahresniveau. Dagegen nahmen die Importe aus Vietnam, Indien und Indonesien zu.

dpa