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Unicef: Israelische Siedlerangriffe rauben Kindern Sicherheit im Alltag
Bei einem Angriff israelischer Siedler will eine palästinensische Mutter ihr Baby schützen, dabei brechen ihr die Extremisten beide Arme. Das und Ähnliches berichtet ein Unicef-Vertreter aus Westjordanland. Das UN-Kinderhilfswerk schlägt Alarm.
Unicef: Israelische Siedlerangriffe rauben Kindern Sicherheit im Alltag
Rechtsgerichtete israelische Siedler werfen Steine auf palästinensische Dorfbewohner / Foto: Ilia Yefimovich/dpa / DPA

Beispiellose israelische Siedlergewalt im besetzten Westjordanland macht Kindern und Jugendlichen nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef das Leben unerträglich. „Was sich derzeit abspielt, ist nicht nur eine Eskalation der Gewalt gegen palästinensische Kinder, sondern auch die schrittweise Zerstörung der Lebensbedingungen, die Kinder zum Überleben und Aufwachsen benötigen“, sagt Unicef-Sprecher James Elder.

Elder berichtete nach einem Besuch im Westjordanland über eine Frau, der beide Arme gebrochen worden seien, als sie damit ihr vier Monate altes Baby vor dem Knüppel eines angreifenden extremistischen Siedlers schützen wollte. Auf ihren Sohn Ezzaldin (8) sei mit einem Holzknüppel so stark eingeschlagen worden, dass er mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gekommen sei.

Schulen sind Orte der Angst

Nicht nur würden Wohnungen und Häuser zerstört, sondern auch Schulen und die Wasserversorgung. Es würden immer mehr Barrieren errichtet, und Kinder kämen immer öfter nicht zur Schule oder einer Klinik.

„Schulen, die eigentlich Orte der Sicherheit und Geborgenheit sein sollten, werden zunehmend zu Orten der Angst“, sagt Elder. „Angriffe auf Schulen und die Verweigerung des Zugangs zu Bildung für Kinder stellen schwerwiegende Verletzungen der Kinderrechte dar, die langfristige Folgen für ihre Sicherheit, ihr Wohlergehen und ihre Zukunft haben.“

Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 700.000 israelische Siedler in mehr als 250 illegalen Siedlungen. Immer wieder kommt es dort zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler und israelische Besatzungstruppen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den israelischen Siedlungsbau in einer Resolution aus dem Jahr 2016 und stufte ihn als völkerrechtswidrig ein.

Im Zuge des rund zweijährigen israelischen Vernichtungskrieges in Gaza haben auch im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem die Aggressionen Israels zugenommen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Ramallah wurden seit Oktober 2023 mindestens 1007 Palästinenser im Westjordanland getötet. Im gleichen Zeitraum wurden nach israelischen Angaben mindestens 44 Israelis getötet.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen