WIRTSCHAFT
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Wirtschaftsweise warnt vor Energieschock durch Iran-Krieg
Die USA und Israel haben mit Angriffen auf den Iran eine neue Eskalationsspirale gestartet. Eine Expertin rechnet mit Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Wirtschaftsweise warnt vor Energieschock durch Iran-Krieg
Foto: Britta Pedersen/dpa (Archiv)
vor 3 Stunden

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat vor einem neuen Energieschock für Deutschland durch den Krieg im Nahen Osten gewarnt. „Ein erneuter Energieschock würde eine Wirtschaft belasten, die sich noch immer von den vergangenen Preissprüngen erholt“, sagte Grimm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Montag. Analysten hielten einen Ölpreis von über 100 Dollar für möglich, wenn die Straße von Hormus faktisch gesperrt bleibe. Durch diese Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf verliefen rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte. Die Gaspreise seien zuletzt auf über 40 Euro gestiegen. Falls die LNG-Produktion in Katar nicht bald wieder aufgenommen werde, drohten weitere empfindliche Anstiege.

Deutschland treffe dies in einer ohnehin fragilen Lage, erklärte die Ökonomin, die seit 2020 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angehört. Besonders betroffen wären energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl, Glas oder Papier. „Für Europa bedeutet das: steigende Energiekosten, wachsende Inflationsrisiken und zusätzliche Investitionsunsicherheit“, sagte Grimm. Sie forderte, Europas Energieversorgung widerstandsfähiger zu machen – durch diversifizierte Lieferketten, gut gefüllte Speicher, koordinierte europäische Beschaffung und einen beschleunigten Ausbau der eigenen Energieversorgung. „Wir müssen uns auf eine längere Phase erhöhter Unsicherheit einstellen“, warnte die Wirtschaftsweise.

Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von völkerrechtswidrigen Luftangriffen gegen den Iran gestartet. Dabei wurden zahlreiche Menschen sowie mehrere ranghohe Vertreter des Iran ermordet, darunter das geistige Oberhaupt des Iran und der Schiiten, Ayatollah Ali Chamenei. Als Reaktion führte der Iran Gegenschläge auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus. Zudem schränkte die Islamische Republik Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels. 

Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds wurden bei den US-israelischen Angriffen bisher mehr als 550 Menschen getötet.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen