TÜRKİYE
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65 Jahre Anwerbeabkommen: Türkische Botschaft für Vertiefung der Beziehungen
Vom Gastarbeiter zum Mitgestalter der Gesellschaft: Die türkische Botschaft würdigt den Beitrag der ersten Einwanderergeneration für Deutschland. Bei der Festveranstaltung zum 65. Jubiläum des Anwerbeabkommens wird auch Bundeskanzler Merz erwartet.
65 Jahre Anwerbeabkommen: Türkische Botschaft für Vertiefung der Beziehungen
Foto: -/Stadtarchiv München

65 Jahre nach dem Abschluss des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens hat die türkische Botschaft in Deutschland für eine Vertiefung der Beziehungen beider Länder geworben. „Unsere engen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen wollen wir weiter vertiefen“, teilte die Botschaft auf Anfrage der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe) mit. Ziele seien unter anderem eine Steigerung des Handelsvolumens und "Fortschritte bei der Visaliberalisierung“. 

Das am 30. Oktober 1961 unterzeichnete Anwerbeabkommen zwischen Türkiye und Deutschland habe eine gemeinsame Geschichte begründet, die „weit über die Vermittlung von Arbeitskräften“ hinausreiche, erklärte die Botschaft laut der „Rheinischen Post“ weiter. Es habe „das Leben von Millionen Menschen geprägt und in beiden Gesellschaften tiefe Wurzeln geschlagen“. 

Die erste Generation habe einen „bedeutenden Beitrag“ zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands geleistet, so die Botschaft den Angaben zufolge weiter. Darauf hätten die nachfolgenden Generationen aufgebaut. Heute gestalteten Menschen türkischer Herkunft Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Sport und Bildung in Deutschland mit. Die geleistete Arbeit anzuerkennen und Freundschaft „in guten wie in schwierigen Zeiten“ zu bewahren, sei „sehr wichtig“. 

Am Dienstag findet in Berlin die Festveranstaltung zum 65. Jubiläum des Anwerbeabkommens statt. Bei dieser werden neben der Integrationsbeauftragten auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der türkische Botschafter Gökhan Turan Festreden halten. Diskutieren werden auf der Veranstaltung auch Vertreterinnen und Vertretern der ersten Generation und der Nachkommen.

Die Bundesregierung hatte am 30. Oktober 1961 mit Türkiye eine Vereinbarung zur Entsendung von Arbeitnehmern geschlossen. Grund war der hohe Bedarf an Arbeitskräften der stark wachsenden deutschen Wirtschaft. Bis zum Ende des Abkommens zwölf Jahre später kamen fast 900.000 türkische Arbeitnehmer nach Deutschland. Das Abkommen wird als Grundlage für die rund drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln gesehen, die heute in Deutschland dauerhaft leben.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen