Wegen des kritisierten Umgangs mit verschleppten Gaza-Aktivisten Mitte Mai hat die italienische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Rom teilte am Montagabend mit, dass der Minister offiziell als Verdächtiger geführt werde. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts auf Folter und Freiheitsberaubung. Die Behörden in Israel wurden um Mithilfe gebeten.
Israel hatte Mitte Mai in internationalen Gewässern nahe Zypern eine aus mehr als 50 Booten bestehende Hilfsflotte gestürmt und die Friedensaktivisten an Bord verschleppt. Die rund 400 Aktivisten der Friedensinitiative „Global Sumud Flotilla“, darunter auch Italiener, wollten den illegalen Belagerungsring um Gaza durchbrechen und humanitäre Hilfsgüter in den Küstenstreifen bringen. Ben-Gvir verbreitete anschließend ein Video, das festgenommene Aktivisten in demütigender Weise zeigte. Das sorgte international für Empörung.
Ben-Gvir reagierte am Abend auf die Neuigkeiten aus Italien knapp: „Das Land des Stiefels wurde zum Land der Flipflops“, schrieb er auf der Plattform X.
In Frankreich wird wegen mutmaßlicher Folter an den Aktivisten ebenfalls bereits ermittelt. Zudem wurde von Paris gegen Ben-Gvir bereits ein Einreiseverbot verhängt. Sowohl der israelische Außenminister Gideon Saar als auch Regierungschef Benjamin Netanjahu hatten sich vom Verhalten des Polizeiministers distanziert.
Die Gaza-Hilfsflotte „Global Sumud Flotilla“ war am 26. April mit Dutzenden Schiffen von Sizilien aus Richtung Gazastreifen in See gestochen. Seit dem Wahlsieg der Hamas in Gaza im Jahr 2007 riegelt Israel den Gazastreifen entgegen dem Völkerrecht vom Meer aus strikt ab. Die Absperrung der Zugänge nach und aus Gaza wird auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt.























