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Vier Italienerinnen im Westjordanland festgenommen – Rom verlangt von Israel Aufklärung
Israel hat im besetzten Westjordanland mehrere Friedensaktivisten festgenommen, die palästinensische Bauern bei der Olivenernte begleiteten. Vier von ihnen sind Italienerinnen. Nun fordert Rom eine „dringende Aufklärung“.
Vier Italienerinnen im Westjordanland festgenommen – Rom verlangt von Israel Aufklärung
21.10.2026, Westjordanland, Turmus Ayya: Israelische Siedler sitzen in einem Olivenhain. Foto: Leo Correa/AP/dpa

Nach der Festnahme von vier italienischen Aktivistinnen im besetzten Westjordanland hat Italien von Israel „dringende Aufklärung“ verlangt. Die Frauen seien zusammen mit anderen internationalen Friedensaktivisten im Dorf Al-Bweib südlich von Hebron festgenommen worden, als sie palästinensische Bauern bei der Olivenernte begleiteten, teilte das italienische Außenministerium am Donnerstag mit. Israels Polizei bestätigte insgesamt zwölf Festnahmen.

Nach Angaben des italienischen Außenministeriums befanden sich die vier Italienerinnen mittlerweile auf einer Polizeiwache. Die israelische Polizei behauptete, elf ausländische Aktivisten und ein Palästinenser hätten sich in einem „militärischen Sperrgebiet“ aufgehalten, in dem die Olivenernte nicht mit der Armee abgestimmt gewesen sei. Sie hätten sich geweigert, das Gebiet zu verlassen und sich auszuweisen. Ihnen werde vorgeworfen, gegen die Sperrverfügung verstoßen und Soldaten behindert zu haben.

Die ausländischen Aktivisten seien nach ihren Vernehmungen inhaftiert worden und würden der Einwanderungsbehörde für Anhörungen über eine mögliche Ausweisung überstellt, teilte die Polizei weiter mit. Sie warf einigen Festgenommenen zudem vor, angeblich Unterstützung für eine „terroristische Organisation“ bekundet zu haben.

Die Festnahmen erfolgten vor dem Hintergrund zunehmender Siedlerattacken während der palästinensischen Olivenernte im Westjordanland. Erst am vergangenen Samstag hatten rechtsextremistische israelische Siedler einen Konvoi europäischer Diplomaten nahe dem Dorf Taybeh angegriffen. Auch Journalisten wurden bei der Berichterstattung über die Olivenernte von Siedlern attackiert.

Siedlergewalt im Westjordanland gestiegen

Im Zuge des israelischen Vernichtungskrieges in Gaza haben auch im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem die Aggressionen Israels zugenommen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Ramallah wurden seit Oktober 2023 mindestens 1154 Palästinenser im Westjordanland getötet. Im gleichen Zeitraum wurden nach israelischen Angaben mindestens 46 Israelis getötet.

Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 730.000 Siedler in mehr als 370 illegalen Siedlungen und Außenposten. Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler. Sie dringen in palästinensische Dörfer ein, verüben Brandanschläge und zünden Felder und Olivenhaine an. 

Eine UN-Untersuchungskommission für Palästina kam im Juni zu dem Schluss, dass israelische Behörden und Besatzungstruppen die Siedlergewalt dulden oder unterstützen. Israelische Truppen sind demnach immer wieder an Siedlerangriffen beteiligt, bei denen Palästinenser verletzt, getötet oder vertrieben werden.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den israelischen Siedlungsbau in einer Resolution aus dem Jahr 2016 und stufte ihn als völkerrechtswidrig ein.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen