Der türkische Kommunikationsdirektor Burhanettin Duran hat die jüngsten Bewertungen der EU zu Türkiye scharf kritisiert. Dem am Mittwoch veröffentlichten EU-Papier fehle es an Objektivität und Fairness, kritisierte Duran am Donnerstag im Onlinedienst X. Duran bezeichnete die Einschätzungen als „weit entfernt von Objektivität und strategischer Voraussicht“. Das Dokument ignoriere den Status von Türkiye als EU-Beitrittskandidat. Damit zeige Brüssel erneut, dass es keine gemeinsame Zukunftsvision entwickeln könne.
Zugleich blende die EU die zentrale Rolle von Türkiye für die euroatlantische Sicherheit aus. Diese sei beim NATO-Gipfel in Ankara erneut deutlich bestätigt worden. Äußerungen, die diese Realität ignorierten, würde nicht zu einem konstruktiven Dialog beitragen, erklärte Duran.
Auch die Aussagen in dem EU-Dokument zum östlichen Mittelmeer und zu Zypern wies der türkische Kommunikationschef zurück. Das Dokument wiederhole einseitige Positionen, die weder dem Völkerrecht noch den historischen Realitäten entsprächen. Eine dauerhafte Lösung sei nur durch einen „fairen, unparteiischen und realistischen Ansatz“ möglich.
Duran forderte die EU zu einem „verantwortungsbewussteren Diskurs“ auf. Der Dialog müsse auf gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Interessen beruhen. Vorurteile dürften dabei keinen Platz haben.
Keçeli: EU missachtet Kandidatenstatus von Türkiye
Auch der türkische Außenministeriumssprecher Öncü Keçeli warf der EU einen einseitigen Umgang mit Türkiye vor. Die entsprechenden Passagen entbehrten eines „strategischen und fairen Ansatzes“, schrieb Keçeli am Freitag auf X.
Die Missachtung des EU-Kandidatenstatus von Türkiye verdeutliche erneut „die Unfähigkeit der EU“, eine gemeinsame Zukunftsperspektive zu entwickeln. Zudem versuche das Dokument, die Ergebnisse des historischen NATO-Gipfels in Ankara zu überschatten. Dort sei die unverzichtbare Rolle von Türkiye bekräftigt worden. Zugleich hätten die europäischen Verbündeten die Grundlagen für eine neue Phase gelegt, in der sie innerhalb der NATO mehr Verantwortung übernehmen würden.
Die Aussagen der EU zum östlichen Mittelmeer zeigten, dass Brüssel weiterhin an einer voreingenommenen und verzerrten Sichtweise festhalte, kritisierte Keçeli. Auch die Darstellung des Zypern-Konflikts sei unvollständig. Das EU-Dokument verschweige, dass die griechisch-zyprische Seite den umfassenden UN-Lösungsplan 2004 abgelehnt habe. Auch bei der Zypern-Konferenz 2017 habe sie eine kompromisslose Haltung eingenommen und damit eine Einigung auf der Insel verhindert.
Keçeli forderte die EU auf, ihre Politik zu überdenken. Brüssel müsse eine realistische Vision und eine Sprache entwickeln, die den Interessen beider Seiten diene.























