Bundeskanzler Friedrich Merz hat dem ungarischen Oppositionsführer Peter Magyar zum Sieg bei der Parlamentswahl gratuliert und ihm eine enge Zusammenarbeit angeboten. „Ungarn hat entschieden. Herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Wahl, lieber @magyarpeterMP“, schrieb der Kanzler am Sonntagabend auf der Plattform X. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa.“
Auch Außenminister Johann Wadephul begrüßte den Sieg der Opposition und die Niederlage des bisherigen Ministerpräsidenten Viktor Orban. „Die Menschen in Ungarn haben gewählt. Sie haben sich für den politischen Wandel entschieden“, schrieb Wadephul auf X. „Ich hoffe, dass das Land jetzt wieder seine großen Chancen in und mit Europa nutzt.“ Wie wichtig den Menschen in dem EU-Staat ihre hart errungene Demokratie sei, zeige die beeindruckend hohe Wahlbeteiligung.
EVP-Chef Manfred Weber (CSU) gratulierte Magyar telefonisch. Die Wahl in Ungarn sei ein „Signal gegen Europas Rechtspopulisten“, sagte der Chef der europäischen Christdemokraten dem „Spiegel". „Die Rechtspopulisten in Europa verlieren heute Nacht ihre Identifikationsfigur", fügte Weber hinzu. „Bürgerliche, proeuropäische Politik gewinnt Wahlen. Das ist das Signal dieser historischen Wahlnacht."
Zuvor hatte Ministerpräsident Orban seine Niederlage eingeräumt. Wegen Rechtsstaatsverstöße der nationalkonservativen Regierung in Budapest hat die EU-Kommission EU-Zuschüsse in zweistelliger Milliardenhöhe gesperrt. Unter einer neuen Regierung Magyars könnte dieses Geld freigegeben werden.
Zustimmung kam am Abend auch etwa von den Grünen und der proeuropäischen Volt-Partei. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte dem Wahlsieger.
Dagegen hatten sich AfD-Co-Chefin Alice Weidel ebenso wie US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für eine Wiederwahl Orbans ausgesprochen. US-Vizepräsident JD Vance hatte nur Tage vor der Wahl extra Budapest besucht, um den Rechtspopulisten Orban im Wahlkampf zu unterstützen. Vance hatte zugleich der EU-Kommission Einmischung in den Wahlkampf vorgeworfen. Die Bundesregierung hatte dies zurückgewiesen und Vance seinerseits Einmischung vorgeworfen. Die Trump-Regierung unterstützt nach eigenen Angaben offen nationalistische Regierungen in Europa, um die EU zu schwächen. Auch in der Bundesregierung war der Wahlausgang deshalb mit Spannung erwartet worden – zumal der Moskau-nahe Orban zuletzt sowohl ein 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland als auch die Auszahlung eines 90-Milliarden-Euro-Kredits an die Ukraine blockiert hatte.

















