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Türkiye gedenkt der Opfer des Brandanschlags von Solingen
Vor 33 Jahren wurden bei einem rassistischen Brandanschlag in Solingen fünf Mitglieder einer türkischen Familie getötet. Türkiye erinnert an die Opfer – und würdigt Mevlüde Genç, die trotz ihres Verlustes zu Besonnenheit und Zusammenhalt aufrief.
Türkiye gedenkt der Opfer des Brandanschlags von Solingen
Türkiye gedenkt der Opfer des Brandanschlags von Solingen / Foto: AA

Türkiye hat der Opfer des rassistischen Brandanschlags von Solingen gedacht. Das türkische Außenministerium erinnerte am Freitag an die fünf türkischen Staatsbürger, die bei dem Angriff am 29. Mai 1993 ums Leben gekommen waren.

In einer Mitteilung auf der Plattform NSosyal hieß es, die Opfer des rassistischen Anschlags würden mit Respekt und Barmherzigkeit gewürdigt. Zugleich gedachte das Ministerium Mevlüde Genç, die trotz des Verlustes mehrerer Familienangehöriger über Jahre hinweg zu Besonnenheit, Versöhnung und Zusammenhalt aufgerufen hatte.

„Bei dieser Gelegenheit gedenken wir erneut mit Respekt und Dankbarkeit der Bilge Ana (weisen Mutter) Mevlüde Genç, die trotz des Verlusts ihrer Familienangehörigen bei dem Angriff mit ihren Aufrufen zur Besonnenheit eine vorbildliche Haltung gezeigt hat und die wir 2022 verloren haben“, hieß es in der Erklärung.

Türkiye werde seinen Kampf gegen den zunehmenden Rassismus, die Fremdenfeindlichkeit und die Islamfeindlichkeit auf allen Plattformen entschlossen fortsetzen, erklärte das Außenministerium weiter.

Fünf Menschen bei Brandanschlag getötet

Der rassistische Brandanschlag von Solingen gilt als eines der schwersten rechtsextremen Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik. In der Nacht zum 29. Mai 1993 hatten Rechtsextremisten das Haus der Familie Genç in der Unteren Wernerstraße in Solingen in Nordrhein-Westfalen in Brand gesetzt.

Bei dem Anschlag kamen Gürsün İnce (28), Gülüstan Öztürk (12), Hatice Genç (19), Hülya Genç (9) und Saime Genç (5) ums Leben. Mehrere weitere Familienmitglieder wurden verletzt.

Die Täter Markus Gartmann, Felix Köhnen, Christian Reher und Christian Buchholz wurden später zu Haftstrafen verurteilt. Nach Verbüßung ihrer Strafen wurden sie aus der Haft entlassen. Ihre Identitäten wurden geändert und geheim gehalten. Die Täter leben weiterhin in Deutschland.

Mevlüde Genç verlor bei dem Brandanschlag mehrere Angehörige. Dennoch setzte sie sich bis zu ihrem Tod am 30. Oktober 2022 immer wieder für ein friedliches Zusammenleben von Türken und Deutschen ein. In Türkiye wurde sie als „Bilge Ana“ – weise Mutter – gewürdigt.

QUELLE:TRT Deutsch