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Israelische Armee beschädigt Gebäude in christlicher Anlage im Libanon
Im Süden des Libanon hat Israel erneut eine religiöse Stätte der Christen beschädigt. Nach Angaben der israelischen Armee handelt es sich um ein Gebäude in einem griechisch-katholischer Kloster. Eine Hilfsorganisation erhebt schwere Vorwürfe.
Israelische Armee beschädigt Gebäude in christlicher Anlage im Libanon
Jarun, Libanon / Foto: Houssam Shbaro/AA (Archiv)

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei einem Angriff gegen die Hisbollah-Miliz im Süden des Libanon ein Gebäude auf einem „religiösen“ Gelände beschädigt. Im Dorf Jarun eingesetzte Soldaten hätten bei Angriffen in der Gegend eines der Häuser in „einer religiösen Anlage“ beschädigt, sagte Armeesprecher Avichay Adraee am Samstag im Onlinedienst X. Demnach feuerte die Hisbollah von dem Gelände aus angeblich mehrere Raketen auf israelisches Gebiet ab.

Adraee zufolge gab es angeblich „keine sichtbaren Anzeichen dafür, dass es sich um ein religiöses Gebäude handelte“. Sobald eindeutige Erkennungsmerkmale an einem anderen Gebäude auf dem Gelände festgestellt worden seien, hätten die Streitkräfte gehandelt, „um weitere Schäden am Gelände zu verhindern“, behauptete er.

Der französischen katholischen Hilfsorganisation L'Oeuvre d'Orient zufolge handelte es sich bei dem Gelände um ein Kloster der Salvatorianerinnen, ein griechisch-katholischer Orden, dem auch die Hilfsorganisation angehört.

Die Organisation erklärte, sie verurteile „aufs Schärfste diesen vorsätzlichen Akt der Zerstörung einer Kultstätte sowie den systematischen Abriss von Häusern im Süden des Libanon, der darauf abzielt, die Rückkehr der Zivilbevölkerung zu verhindern“.

Das israelische Außenministerium wies die Vorwürfe zurück. Die vom Ministerium als „Kloster“ beschriebene Stätte sei nicht zerstört worden, behauptete es auf X, sondern „unversehrt und sicher“. Dazu wurde das Bild eines zweistöckigen Gebäudes veröffentlicht.

Bereits im April hatte ein ähnlicher Vorfall für Empörung gesorgt: Wegen der Beschädigung einer Jesus-Figur müssen zwei israelische Soldaten für 30 Tage in Militärhaft. Der Soldat, der die Statue beschädigt hatte, und der Soldat, der den Vorfall fotografiert hatte, würden zudem vom Kampfeinsatz abgezogen, teilte das israelische Militär mit.

Fragile Waffenruhe im Libanon

Am 17. April trat eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft, die am 23. April laut Bekanntgabe von US-Präsident Donald Trump um weitere drei Wochen verlängert wurde. Dennoch setzt Israel seine Angriffe fort und die Hisbollah reagiert darauf. Zudem besetzt die israelische Armee weiter den Süden des Landes.

Nach dem Beginn des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran Ende Februar war auch der schwelende Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon wieder eskaliert. Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium tötete Israel seit Anfang März mindestens 2.659 Menschen im Libanon und verletzte rund 8.180 weitere – darunter zahlreiche Frauen und Kinder.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen