Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ) die anhaltende Unterstützung Ankaras zugesichert. „Türkiye wird seine zyperntürkischen Brüder niemals im Stich lassen“, sagte Erdoğan am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in Ankara. Man werde nicht zulassen, dass sich das „Leid der Vergangenheit“ wiederhole.
Erdoğan sagte, dass im östlichen Mittelmeer kein Vorhaben ohne Berücksichtigung der Rechte und legitimen Interessen der Zyperntürken Erfolg haben könne. Er warnte zudem vor Bestrebungen, die geteilte Insel Zypern in neue militärische Bündnisse und geopolitische Vorhaben einzubinden. „Wir beobachten aufmerksam jeden Schritt.“
Erdoğan äußert sich zu Großprojekten in der TRNZ
Erdoğan äußerte sich zudem zu den türkischen Großprojekten in der TRNZ. Nachdem Türkiye bereits die Wasserversorgung der zyperntürkischen Bevölkerung sichergestellt habe, solle nun vor allem der Bau einer Unterwasser-Erdgaspipeline vorangetrieben werden.
Türkiye unternehme entschlossene Schritte, um zu einem regionalen Zentrum für Produktion, Logistik und Technologie zu werden, so Erdoğan. Trotz eines zunehmend instabilen globalen Umfelds und regionaler Konflikte zeige sich die türkische Wirtschaft widerstandsfähig. Die Regierung arbeite daran, die wirtschaftlichen Folgen der Kriege in der Region möglichst gering zu halten, sagte Erdoğan.
Guterres wirbt für neue Zypern-Konferenz
UN-Generalsekretär António Guterres war am Montag zu einem dreitägigen Besuch auf Zypern. Er traf sich dort sowohl mit zyperngriechischen als auch mit zyperntürkischen Vertretern. Guterres will die festgefahrenen Verhandlungen über die Zukunft Zyperns wiederbeleben – und wirbt für eine Neuauflage der sogenannten Fünf-plus-Eins-Gespräche unter Leitung der UN. Teil davon waren in der Vergangenheit neben den politischen Vertretern der geteilten Insel Zypern auch die Garantiemächte Großbritannien, Griechenland und Türkiye.
Zypern ist seit der türkischen „Friedensoperation“ 1974 geteilt. Türkiye intervenierte auf der Insel, nachdem die Militärjunta in Griechenland dort einen Putschversuch gestartet hatte. Dieser sollte die Insel mit dem griechischen Festland vereinen und bedrohte zugleich die türkische Minderheit.
Die Türkische Republik Nordzypern wurde 1983 ausgerufen, wird aber bisher nur von Türkiye anerkannt. Im Jahr 2004 stimmten rund 76 Prozent der Zyperngriechen in einem Referendum gegen den Wiedervereinigungsplan der UN (Annan-Plan). Die Zyperngriechen beanspruchen weiterhin die politische Hoheit über die Insel.
2004 nahm die EU die Insel Zypern als Ganzes in die EU auf. De jure ist die gesamte Insel seither EU-Mitglied, das EU-Recht wird jedoch nur im Südteil für die Zyperngriechen angewendet. Dieser Zustand wird von Ankara und den Zyperntürken kritisiert.























