WIRTSCHAFT
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Tankstellenverband erwartet Spritpreis von 2,50 „oder sogar mehr“
Nirgendwo in Europa stiegen die Preise zuletzt so stark wie in Deutschland, beklagt der Tankstellen-Interessenverband – und fordert strengere Preisregeln nach österreichischem Vorbild.
Tankstellenverband erwartet Spritpreis von 2,50 „oder sogar mehr“
Foto: Christoph Reichwein/dpa
vor 4 Stunden

Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) erwartet, dass der zwischenzeitig über 100 Dollar gestiegene Ölpreis umgehend an die Autofahrer weitergeben werde. „Ich fürchte, die Ölkonzerne reichen die hohen Ölpreise sofort weiter und erhöhen die Spritpreise noch stärker“, sagte TIV-Sprecher Herbert Rabl der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). „Die Vermutung drängt sich auf, dass die Mineralölkonzerne den deutschen Markt nutzen, um zu sehen, was geht: Auch 2,50 Euro und sogar mehr pro Liter sind am Ende denkbar“. 

„Die Tankstellenpächter werden an den sprudelnden Gewinnen nicht beteiligt, sie bekommen den Ärger der Verbraucher ab – und ein oder zwei Cent Provision je verkauftem Liter Sprit“, fügte Rabl hinzu. „Zugleich verderben die hohen Preise die Stimmung und damit das Shop-Geschäft, das zirka 60 Prozent der Einnahmen ausmacht.“

Nirgendwo in Europa seien die Spritpreise in der vergangenen Woche so stark gestiegen wie in Deutschland, sagte Rabl weiter. „Meine Vermutung: Die Konzerne wissen, dass sie von Bundesministerin (Katharina) Reiche (CDU) nichts zu befürchten haben.“

Die Tankstellen regen eine Regulierung wie in Österreich an: „Die Regierung kann wie in Österreich eine Regel erlassen, dass die Konzerne nur noch einmal am Tag den Preis erhöhen dürfen und danach nur noch absenken dürfen“, sagt der TIV-Sprecher. „In Österreich liegt der Spritpreis aktuell nur bei 1,70 Euro.“

Bundeswirtschaftsministerin Reiche hatte in der vergangenen Woche eine Kartellamtsprüfung der Preissprünge an den deutschen Tankstellen infolge des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran angekündigt. Es werde geprüft, ob die Situation ausgenutzt werde, sagte Reiche in einem Podcast des Portals Table.Briefings.


QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen